Die Insel der Götter 0
Schon beim Anflug auf die Insel durfte ich den ersten außergewöhnlichen Sonnenuntergang bewundern. Durch die verschiedenen Wolkenschichten waren alle Formen und Farben vertreten und leuchteten um die Wette.
Philipp hat mich mit seinem Roller vom Flughafen abgeholt und wir sind durch Regen und Räucherstäbchenwolken, Staub und Satégrillgeruch nach Nusa Dua gedüst. Er wohnt dort in einem Haus, in dem eine Familie Zimmer untervermietet und glücklicherweise konnte er mir dort auch eines für eine Woche arrangieren.
Nachdem wir Essen waren, mir eine Handykarte und die nötigsten Kosmetikartikel besorgt haben, bin ich, obwohl es so drückend feuchtwarm ist, sofort unter meinem Moskitonetz eingeschlafen.
Heute Morgen wurde ich von der Sonne geweckt und dann habe ich auch gemerkt, wie wunderschön der Ausblick aus meinem Zimmer ist. Das halbe Dorf erstreckt sich bis zum Meer, überall sind hinduistische Tempel auf Dächern, zwischendrin saftig grüne Bäume und Palmen und natürlich weht durch das offene Fenster der allgegenwärtige Räucherstäbchenduft.
Philipp hat mich dann auf dem Weg zur Arbeit am Strand abgesetzt und ich machte mich schon nach sehr kurzer Zeit auf, den Weg zurück alleine zu finden. Mein sonst so guter Orientierungssinn scheint aber auf Bali nicht zu funktionieren. Nachdem ich vom Strand den eigentlich erst richtigen Weg gefunden hatte, bin ich wohl falsch abgebogen und irgendwann fand ich mich in irgendwelchen Gässchen die mich auf irgendeinen Trampelpfad zwischen Palmen führten und plötzlich stand ich auf irgendeinem der Nobelgolfplätze von Nusa Dua und kam mir ein bisschen blöd vor.
Nachdem ich einen Gärtner, der grade Gras mir der Hand sichelte, fragte, wo denn die Jalan Siligita sei und ich in die von ihm genannte Richtung lief, kam ein Golfauto vorbei und ich wurde gefragt, wo ich denn hinwolle. Ich musste schließlich aufsteigen und der nette Mann fuhr mich in die Nähe der nächsten Straße und erklärte mir die Richtung.
Nach fünf Mal fragen und je einer Blase pro Fuß fand ich tatsächlich das Büro von Philipp, dass er mir am Abend davor schon gezeigt hatte. Man müsste meinen, dass ich das Haus gleich gefunden hätte, nachdem Phillip mir dann nochmal den Weg erklärt hatte. Aber ich schiebe es auf den Jetlag, dass ich wieder ewig durch Sträßchen geirrt bin und sicher die ganze Zeit um das Haus lief, zwei Leute fragen musste und dann endlich – ich hatte das Haus an dem Turmhäuschen erkannt, dass auf das Dach oben drauf gebaut wurde – völlig erschöpft und mit rotem Kopf ankam.
Das ganze hat mich soviel Kraft gekostet, dass ich danach erst mal den gesamten Mittag durchschlafen musste.









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