1001 Stufen ins Glueck 1
Eigentlich muesste vor diesem noch ein anderer Artikel kommen, der aber leider auf meinem Laptop gefangen ist. Irgendwie wollte er heute nicht mehr hochfahren, nachdem ich vesucht hatte, die Ameisen aus der Tastatur zu verjagen.
Dieses Wochenende haben Phil und ich ein besseres Motorrad geliehen und sind damit ein bisschen durch Bali gecruist, vorbei an Reisfeldern, Palmen, Tempeln, Raeucherstaebchenwolken, Bratfettduft und vielen anderen Mopeds.
Den Tag haben wir mit Schnorcheln begonnen und entpanntem Rumliegen, Essen und Fruchtsafttrinken in irgendeinem der kleinen Inns in Padang Bai, einem Hafenort an der Ostkueste, beendet.
Leider hatte ich enorme Probleme mit dem Schlafen, um drei Uhr bin ich aufgewacht - vermutlich von einem der unzaeligen TUUUUUUTs der Faehren, die auch Nachts stuendlich von Lombok ankamen. Nach einem einsamen halbstuendigen Spaziergang am Strand entlang, der gleich neben unserer Bambushuette lag, war nicht mehr an Schlafen zu denken.
Um sechs Uhr morgens wurde es endlich leicht hell in der Huette und ich ging raus um am Strand die Morgendaemmerung zu geniessen. Aber auch danach konnte ich nicht einschlafen und ich war unglaublich gluecklich um acht endlich fruehstuecken zu koennen.
Auf dem Weg zurueck durch kurvige, gruene, huegelige Strassen, kamen wir an einem kleinen Tempel vorbei, an dem viele kleine Verkaufsstaende waren. Die Leute sagten uns, auf dem gegenueberliegenden Berg laege oben auch noch ein Tempel mit toller Aussicht. Ich weiss nicht, wie ich auf die Idee kam zuzustimmen.
Kurz darauf fand ich mich, bepackt mit einem Sarong - den braucht man natuerlich um den heiligen Tempel zu betreten - und einer kleinen Flasche Isotonik, auf dem wohl schrecklichsten Aufstieg zu einem Tempel wieder, den es wohl ueberhaupt auf Bali gibt. Das der Weg nichtgerade haefig frequentiert wurde, war klar, denn die 5000 Treppen und sonstigen geroelligen haenge waren grasueberwachsen.
Ich glaube kein Mensch ausser uns war je so bloed da hoch zu laufen. Als uns klar wurde, das der Aufstieg um einiges laenger war, als wir uns je vorgestellt hatten, sind wir trotzdem nicht umgedreht. Als wir schiesslich schweissueberstoemt, ich natuertlich rot im Gesicht und mit klopfendem Herz, oben ankamen, erwarteten uns kleine graue Affen und ein paar Kuehe, die wahrscheinlich noch nie in ihrem leben Menschen gesehen hatten.
Wir mussten uns erstmal setzen bevor wir die ausgestorbene Tempelanlage betreten konnten. Waerend wir da so sassen schienen sich das Kalb und ein paar der groesseren Affenexemplare - die uebrigens staendig husteten - besonders fuer unseren Rucksack zu interessieren. Sie wurden irgendwie wild und fauchten und ich wollte nichts lieber, als so kurz vor dem Ziel, noch bevor wir denTempel und den Ausblick ueberhaupt genossen hatten, einfach umdrehen.
Zum Glueck beruhte sich die Lage und ich bin aengstlich hinter Philipp her. Der Tempel glich eher einer Mischung aus Kuhweide und Muellkippe, aber die Aussicht war phantastisch. Der Meereshorizont war so weit, dass man die Kruemmung sah, die Straende weiter Enfernung schwarz und sonst erstreckten sich gruenblaue Berge um uns rum.
Dummerweise musste ich waerend wir da sassen schon an den unausweichlichen Abstieg denken und ich hatte Angst Regen koennte aufziehen und wir muessten fuer immer dort oben bei den boesen Affen bleiben.
Zum Glueck war der Abstieg dann bis auf ein sehr rutschiges Stueck doch nur halb so schlimm, wie ich befuerchtet hatte und moegliche Affenangriffe blieben aus.
Als wir kurz danach zur Belohnung bei einem schoenen Hotel Halt machten und unter einem schoenen Holzpavillion kalte Getraenke genossen, gings mir schon wieder viel besser.
Trotzdem war das Ganze definitv zu viel fuer mich, fuer den Anfang. Im Winter aus Deutschland nach Indonesien zu fliegen und sich an dieses feuchtwarme Wetter anzupassen, ist gar nicht so ohne. Man kriegt zu leicht Sonnenbrand und Wasserblasen, weil man es noch nicht gewohnt ist, Sandalen zu tragen. Herpes bleibt auch nicht aus, wenn man gleich am Anfang denkt, man muesste einen einstuendigen Aufstieg in der Sonne zu einem Tempel oben auf dem Berg machen.
Sonst war das Wochenende super, auch wenn ich danach praktisch 24h durchgeschlafen habe und mein ganzer Koerper voller roter Punkte ist, weil ich allergisch auf meinen neuen Seidenschlafsack reagiert habe, den ich vielleicht vorher haette waschen sollen.









dann bist ja jetzt fit für:
http://alturl.com/mme