Malayisch? Malaiisch? Malaysisch? 2
Eine Woche MalaYsia und ich muss einsehen, dass MalaYSisch/ Bahasa MalaYSia, doch merkliche Unterschiede (”Unterschied” - Mal: Perbezaan/ Ind: Perbedaan) zu Indonesisch/Bahasa Indonesia aufweist. Dachten wir alle anfänglich noch, MalaYSisch sei zu Indonesisch wie Deutsch zu Österreichisch, wurden wir jetzt eines Besseren belehrt. Ernüchternd, wenn man feststellen muss, dass man einfach gar nichts hier versteht.
Die erste Woche Unterricht - Perbezaan Bahasa Malaysia/Bahasa Indonesia - war zwar aufschlussreich, half dem Hörverständnis jedoch nur marginal weiter. Glücklicherweise verstehe ich mich jedoch mit einer unserer Tutorinnen so gut, dass sie mich dieses Wochenende zu sich nach Hause eingeladen hat. Um mir zu zeigen, wie eine richtige Malaysische Familie wohnt und lebt, habe ich eine Nacht bei ihr schlafen dürfen. Dem Hörverständnis war das natürlich auch zuträglich.
Soraya - so heißt meine neue malaIIsche Freundin - ist nicht nur extrem nett, sondern spricht tatsächlich nur MalaYSisch mit mir. Wenn ich etwas, wie fast die ganze Zeit, nicht verstehe, sagt sie es mir nicht einfach auf Englisch, sondern erklärt mir auf MalaYSisch, was das Wort bedeutet. Das ist zwar unglaublich anstrengend, aber auf jeden Fall lerne ich dabei mehr, als in der Vorlesung. Die Familie war so herzlich! Soraya lebt mit ihrer Mutter(Mak Cik) und Oma (Tok/Nenek) in einer Wohnung in der Nähe des Flughafens hier auf Penang.
Am Samstagabend sind wir zum Nachtmarkt (Pasar Malam) und wir haben viele verschiedene MalaYSische Gerichte eingekauft, die ich noch nie zuvor gegessen habe. Dazu gehört zum Beispiel Durian mit Pulut (Stinkfrucht mit Klebreis), Roti Jala (getropfter Crepes), Laksa (typische MalaYSische Suppe mit dicken Reisnudeln, Minze und Fisch) und viele andere Dinge, deren Namen ich mir noch nicht merken konnte.
Abends waren wir am Meer spazieren, wo einheimische Malaiien bunte Drachen an einer Schnur steigen ließen oder Meeresfrüchte in Körben gefangen haben. Kaum zuhause, musste ich natürlich wieder essen und vor dem Schlafen eine kurze Dusche mit der “Mandi” nehmen - dazu schüttet man mit einem kleinen Eimer mit Griff Wasser aus einer größeren Tonne über sich.
Am nächsten Morgen ging es dann mit dem Essen weiter, Mak Cik (spricht man “Matschè” aus) hatte schon Nasi Lemak (Reis mit wenig Kokosmilch und Gewürzen zubereitet), Ikan Kering (ganz viele winzige, salzige, fritierte Fischchen) und Udang (Garnelen) in süßlicher Chilisoße gekocht. Dazu gabs noch Gurkenscheiben und gekochten Pak Choi (eine Art grünes Spinatgemüse). Teh Tarik - Schwarztee mit süßer Kondensmilch - durfte dabei natürlich nicht fehlen. Dieser Tee ist mein absoluter Favorit hier in Malaysia, ich muss davon immer mehr als eine Tasse trinken, warm oder eisgekühlt. Nach der zweiten Tasse werde ich dann vom vielen Koffein und Zucker ganz zappelig. Heute Abend um 10 Uhr habe ich davon auch zwei Tassen getrunken. Jetzt ist halb drei morgens und ich bin immer noch nicht müde.
Nach dem späten Frühstrück haben mir Soraya und ihre Mak Cik noch ein bisschen von der Insel gezeigt. Erst mal gings ins Kampung (Dorf) und wir haben Mangos frisch vom Baum gepflückt. Die musste ich dann natürlich auch essen. Weiter gings zu einem kleinen Fischerdorf mit einem wunderschönen Steg ins Wasser und einer tollen Aussicht aufs Meer und einige kleine Inseln. Dort kann man aber nicht baden, das Wasser ist hier noch trüber als sowieso um Penang rum. Danach sind wir zu einem anderen Strand, wo viele Einheimische gepicknikt und gebadet haben. Frauen tragen hier aber keinen Bikini, sondern gehen voll bekleidet ins Wasser - man bedenke, Malaysia ist streng muslimisch.
Am Stand haben wir zufälligerweise eine alte Schulfreundin von Soraya getroffen, die gerade dabei war, große flache Muscheln zu grillen, die sie am selben Tag morgens am Strand gesammelt hatte. Diese hat sie dann für uns geöffnet und in frisches Salzwasser getaucht. Ich hätte nicht gedacht, dass Muscheln so gut schmecken können! Danach haben wir an einem Stand an der Straße frisches Kokoswasser mit Eiswürfeln getrunken - es gibt nichts Erfrischenderes!
Ich wohne ca. 25 Minuten mit dem Auto von Soraya entfernt - sie und Mak Cik haben mich nachmittags mit Mangos, Padanblättern und Laksa beladen und nach Hause gefahren. Ich hätte nie erwartet, dass mir hier in Malaysia soviel Herzlichkeit entgegen gebracht werden würde. Natürlich bin ich wieder eingeladen und das nächste mal kocht Mak Cik dann auch wieder was Leckeres für mich.









klingt sehr sehr beneidenswert
etwas zu romantisch. man könnte meinen, du denkst dir die geschichten immer aus *G*
wie hast du das rausgefunden? du fuchs!