Es lebe die Stinkfrucht 1
Ich bin auch dieses Wochenende in gen Genuß der umstrittenen Frucht gekommen, unser gesamter bescheiden kleiner Kurs war wieder einmal bei Sorayas Familie eingeladen. Zuerst gings hinaus ins Kapumpung (ländliches Dorf) auf eine echte Malaysische Hochzeit. Die läuft hier allerdings anders ab, als in Deutschland. Ungefähr so:
1. Traditionelle Kleidung anziehen
2. Zur Hochzeit fahren, die irgendwo draußen in einer Straßeneinfahrt, einem größeren Hof oder Platz stattfindet
3. Dem Brautpaar gratulieren
4. Kurz Essen
5. Heim gehen
Das Ganze Dorf kommt natürlich vorbei, nicht alle gleichzeitig, eher so nach und nach kommen und gehen welche. Außerdem helfen sämmtliche Nachbarn mit.
Wir 5 Weiße waren natürlich eine kleine Attraktion, was fast schon unangenehm von uns empfunden wurde, aber für Freude und wohl auch Stolz bei den Gastgebern geführt hat.
Nach einer knappen halben Stunde und ein paar Fotos mehr in der Kamera sind wir wieder vom Schauplatz verschwunden und zu Sorayas Familie nach Hause gefahren.
Ich habe schon von der Gastfreundschaft dieser Familie berichtet, aber dieses Mal wurde das Ganze noch getoppt. Uns Gästen wird nur das Beste serviert, also sind wir ein paar Kilometer gefahren, um die beste Durian der Insel zu kaufen. Durian ist die wohl teuerste Frucht, die es hier gibt. Und zahlen durften wir nicht, das wäre ja eine Beleidung. Natürlich mussten gleich zwei für uns beschafft werden. Ich hätte nie gedacht, dass der Prozess der Durianauswahl so schwierig und langwierig sein würde. Nach etlichen Verhandlungen, Geruchts- sowie Geschmacksproben, hatten wir endlich die Richtigen gefunden.
Im Kreise der Familie - Soraya, Mama, Oma, Tante, Onkel, 5 Cousins und Cousinen wurden die Durian mit viel Kraft und Geschick geöffnet. “Duri” steht übrigens für Stachel, Durian ist dessen Plural.
Natürlich mussten wir Gäste zuerst ordentlich zulangen. Aber Vorsicht: Zuviel Durian führt scheinbar zu Fieber. Dagegen hilft nur, warmes Wasser aus der Durianschale zu trinken. Dank viel warmem Wasser bekam ich tatsächlich kein Fieber.
Nach dem festlichen Durianessen in Gesellschaft dieser unglaublich großzügigen Leute war die Gastfreundschaft aber noch nicht vorbei. Sobald der Nachtmarkt um sechs Uhr anfieg, liefen wir gemeinsam dort hin und was uns gefiel wurde gekauft. Essen essen essen. Zahlen durften wir schon wieder nicht.
Das ist zwar unglaublich nett, führte bei uns aber zu einer Art Schuldgefühl. Während man die ganze Zeit eingeladen wird macht man sich Gedanken, wie man all das Gute wieder zurück geben kann. Gastfreundschaft annehmen muss gelernt sein.









genau so..
kein Tanz..nicht trinken (sogar kein Alkohol)..
aber niemand glaubt mir..wenn ich das erzähle..
hat dir Durian gut geschmeckt???