Article written

  • on 22.12.2009
  • at 07:57 PM
  • by lola

Warum ich meine Heimat liebe 1

Je weiter und öfter und länger man von zu Hause weg ist, desto mehr lernt man es schätzen.
Man fängt schon als Kind an, von fernen Ländern zu träumen, schaut sich 1000 Mal die exotischen Fotos in den dicken Bildbänden der Eltern an. Dunkle, schmale Frauen mit tonnenschweren Lasten auf dem Kopf, aber so elegant! Staubige Straßen, voll mit Menschen, Kühen, andersartigen Fahrzeugen. Schneeweiße Strände und türkises Wasser, Palmen und Weite.

Unbekannte Tiere und Pflanzen, alles scheint so viel interessanter. Und schon als Kind denkt man, dass man erst dann glücklich sein kann, wenn man groß ist und all das gesehen hat. Und man wünscht sich so sehr dahin, so sehr, zu Hause ist bedeutungslos.
Irgendwann wird man älter und manche von uns haben den Luxus, an die Orte der bunten Bildbände zu reisen. Endlich hat man es geschafft. Doch halt, es sieht hier ja gar nicht so vergilbt aus und die Leute tragen nicht die selben 80ger Jahre Klamotten!


Schade, dass die Zeit in anderen Orten nicht stehen bleibt. Und schade, dass die Realität dort keinen Rotstich hat, so wie die alten Fotos unserer Eltern.
Als ich die Bilder sah, wusste ich nicht, dass, würde ich dort sein, mich die Hitze stören würde und vielleicht auch der Geruch. Bilder können das nicht wieder geben. Und die Bedeutung hinter dem Lächeln der Frau auf dem Foto, die erklärt einem auch niemand.


Ist man dann dort, empfindet man nicht das Gefühl, nach dem man sich sehnt, sieht man nur Bilder des Ortes. Ich bin an einem der schönsten Strände der Welt. Das Gefühl, annähernd das selbe, wie zu Hause am Ufer des Sees zu stehen und über das weite Wasser zu schauen. Nur ein bisschen anders.
Nicht das unterschiedliche Aussehen der Orte macht Reisen so interessant, sondern die Leute, mit denen man reist, oder die, die man dabei kennenlernt. Gäbe es das nicht, viele Orte wären es nicht wert, bereist zu werden.

Ein Unterschied für mich war der Busch in Australien. Das war das einzigartigste Gefühl von Weite und Leere – leer von Menschen –, das ich jemals gespürt habe. Ich behaupte die Reise ins Outback war eine der reisenswertesten Reisen meines jungen Lebens.
Wenn man zwischen all den Reisen immer wieder nach Hause kommt, dann spürt man plötzlich, wie schön und wie entwickelt das eigene Land ist. Wie gut man es hat, in welch Luxus man lebt. War man weit weg, schwärmt man vom exotischen Essen und den billigen Preisen - kommt man zurück, man schwelgt im eigentlich gewohnten Luxus.

Sauberkeit, Qualität, der wunderbare Wechsel von Jahreszeiten, Mutter’s gute Hausmannskost, Museen, Theater – Kunst, wenn einem danach ist -, frische Luft, grüne Wiesen und Wälder, angenehme öffentliche Verkehrsmittel, von jedem sprachlich verstanden werden. Hätte ich mehr Zeit, mir fiele sicher noch einiges mehr ein.


Genießen kann all das, wer das Andere kennen gelernt hat. Erst das ersehnte Nach-Hause-Kommen macht einem all das Gute der Heimat bewusst.

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There is one comment for this post

  1. Fairuz sagt:

    Hey Lola! I wish i could understand all the beautiful deutsch words. Perhaps you’ll make one in English one day ya< who know! LOL. BTW all the photos look really amazing!

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