Category Lolas literarisches Quartett

Verhängnisvolle Knusperflocken 3

Den Tag wollte ich heute mit einer schönen Portion Knuspermüsli mit selbstgemachtem Joghurt beginnen. Der Appetit verging mir leider schon beim Blick in die Müslitüte… continue reading »

Ekel Fasziniert 2

Mrz29

Klar, dass jetzt auch ich was zum ekligsten Buch schreiben muss, das momentan auf dem Markt erhältlich ist. Das euphemistisch in knallepink gestaltete Buch “Feuchtgebiete” von Charlotte Roche ist eine wirkliche Neuheit. continue reading »

Veronika Decides to Die 0

Jan2

von Paulo Coelho

Das Buch hab ich natürlich am Stück durchlesen müssen, also wurde es eine späte Nacht. Es ist das erst Buch dass ich von Coelho gelesen habe. Wie so oft hat mich mein Bruder dazu angeregt. Es wird sicher nicht das letzte Buch sein, das ich von diesem Author lesen werde.

Veronika ist 24 und hat eigentlich ein gutes Leben. Sie ist hübsch, kann sich ihre Männer aussuchen, hat einen sicheren Job und eine Familie, die sie immer unterstützt hat. Aber trotzdem entscheidet sie eines Tages, dass sie Sterben möchte. Sie ist einfach nicht zufrieden mit diesem Leben.  Nachdem sie nach der Tat in einer psychischen Heilanstalt aufwacht und ihr mitgeteilt wird, dass sie noch circa eine Woche zu leben hat, weil ihr Herz durch die Tabletten schwer beschädigt wurde, fängt sie an, dass Leben irgendwie anders zu leben. Und durch diese neue Erfahrung wird ihr klar, dass das Leben noch mehr zu bieten hat, als das was sie vorher kannte.

Lesen!

Lolita 0

Jan2

von Vladimir Nabokov

Lolita

Endlich habe ich es geschafft Lolita zu lesen. Ich wollte es schon vor Jahren, aber mein lieber Bruder riet mir, noch ein paar Jahre damit zu warten (Danke, andernfalls hätte ich wohl fast nichts verstanden und wäre nur geschockt gewesen). Ich will nicht behaupten, ich hätte das Buch verstanden. Weil ich es in Englisch gelesen habe, bin ich sicher, dass ich einige wichtige Dinge nicht durchschaut habe. Also muss ich es wohl nochmal auf Deutsch lesen, sobald ich wieder zu Hause bin.

Es ist unglaublich wie schön man ein Buch schreiben kann. Jeder Satz ist wie ein kleines Gedicht. Es ist nicht einfach Sprache, sondern Kunst. Sehr sehr schön. Dabei ist der Inhalt so schockierend. Der Erzähler ist ein Mann, der “Nymphets” liebt, das heißt Mädchen von circa acht bis zwölf Jahren.

Im Buch beschreibt er anfangs, wie es dazu kam, dass er von dieser Art von Wesen sexuell angezogen wird. Und dann findet er schließlich seine Lolita…

Das Buch wurde natürlich seiner Zeit nicht sofort akzeptiert. Es war sehr schwierig für Nabokov, einen Verlag zu finden, der es veröffentlichen wollte.

Ich habe mich gefragt, wie man so ein Buch nur schreiben kann, wenn man nicht selbst auf “Nymphets” steht. Wie kann man solche Gedanken sonst entwickeln?

Timmerbergs Reise-ABC 1

Aug17

Ich hab mich fast totgelacht und die Tipps fürs Reisen sind wirklich nicht schlecht. zB ein Löffel trockene Schwarzteeblätter gegen Durchfall oder auf den Philippinen nicht ohne Helm unter Kokospalmen sitzen/stehen liegen. Für jeden der außerhalb Europas reisen will, ist das Buch auf jeden Fall zu empfehlen. Als Geschenk auch nicht schlecht (:

“Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte…” 2

Jul27

„Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte,

im nächsten Leben, würde ich versuchen,
mehr Fehler zu machen.
Ich würde nicht so perfekt sein wollen,
ich würde mich mehr Entspannen.
Ich wäre ein bisschen verrückter,

als ich es gewesen bin,
ich würde viel weniger Dinge so ernst nehmen.
Ich würde nicht so gesund leben.
Ich würde mehr riskieren, würde mehr reisen,
Sonnenuntergänge betrachten, mehr bergsteigen,
mehr in Flüssen schwimmen.
Ich war einer dieser klugen Menschen,
die jede Minute ihres
Lebens fruchtbar verbrachten;
freilich hatte ich auch Momente der Freude,

aber wenn ich noch einmal anfangen könnte,

würde ich versuchen,

nur mehr gute Augenblicke zu haben.
Falls du es noch nicht weißt,

aus diesen besteht nämlich das Leben;
Nur aus Augenblicken;

vergiß nicht den Jetzigen.
Wenn ich noch einmal leben könnte,
würde ich von Frühlingsbeginn an

bis in den Spätherbst hinein barfuß gehen.

Und ich würde mehr mit Kindern spielen,

wenn ich das Leben noch vor mir hätte.
Aber sehen Sie …

ich bin 85 Jahre alt und weiß,

daß ich bald sterben werde.”

 

von Jorge Luis Borges

 

http://www.sgipt.org/sonstig/metaph/sinn/borges.htm

 

 

Seide 1

Jul11

von Alessandro Baricco

Ich habe zur Abwechslung mal ein Buch eines nicht-französischen Schriftstellers gelesen und war sehr angetan. Zufälligerweise spielt es in Frankreich.

Es war neulich nachts, als ich vor der Indonesischklausur nicht schlafen konnte. Weil mich das Buch dann so gefesselt hatte, musste ich es in einem Zug fertig lesen. Wirklich schade, dass der Genuß so kurz war. Ich denke, ich werde es nochmal lesen.

Das Buch wurde mir voreineinhalb Jahren von einem Bekannten in England empfohlen. Nachdem er so geschwärmt hatte, wundere ich mich wirklich, wieso ich es erst jetzt gekauft habe.

Ich glaube ich kann verstehen, warum das sein Lieblingsbuch ist. Es ist sehr speziell geschrieben. Leider fällt es mir sehr schwer, zu beschreiben, was ich mit speziell meine.  Vielleicht ergibt sich das Spezielle aus den kurzen Kapiteln, die manchmal einfach so enden: “So einer war er.”

Zwei der Sätze die mir am meisten im Gedächtnis blieben:

“Er war übrigens einer jener Menschen, die dem eigenen Leben gerne beiwohnen, während sie jegliches Bestreben, es zu leben,  für unangebracht halten. Man wird bemerkt haben, dass diese Menschen ihr Schicksal betrachten, wie die meisten für gewöhnlich einen Regentag betrachten.”

Einmal glaubt man, dass Hervé Joncour es doch nicht mehr einfach hinnimmt. Er macht einmal etwas für ihn sehr ungewöhnliches,  er entscheidet selbst. Aber leider nimmt er sein Schicksal am Ende doch hin und das Glück ist damit für ihn unerreichbar.

Ein wirklich schönes Buch, aber sehr traurig. Man hat geradezu den Drang  in die Geschichte hineinzuspringen und zu versuchen diesen Mann leben zu lassen.

Er hat leider nie erfahren, wer sie eigentlich ist, die sein Glück bedeuten könnte. Die ganze Zeit über fragt  man sich nichts anderes. Ich habe es leider auch nicht erfahren.

Wer es jetzt nicht mehr aushalten kann und das Buch sofort bestellen muss, kann das hier tun: (Einfach auf den Link klicken!)

Seide.

Update 12.07.07:

Nachdem ich ein sehr gutes Gespräch mit Detlef geführt habe, der das Buch zwar nicht gelesen, jedoch das Stück im Theater gesehen hatte, wurde mir klar, dass ich mich zu sehr auf die Seite des Mannes gestellt habe. Er tut mir leid, obwohl er seine Ehefrau betrogen hat. Dabei ist ihr Schicksal noch tragischer als seines. Sie liebte ihn aufopferungsvoll. Eine Liebe, die gab, aber nichts dafür zurückbekam. Aber er nahm sie kaum wahr. Nahm nicht den Schatz war, den er in ihr hatte. “Sie war eine hochgewachsene Frau, bewegte sich langsam und hatte langes schwarzes Haar, das sie nie hochsteckte. Sie hatte eine wunderschöne Stimme.”

Mit jeder seiner Reisen muss sie feststellen, dass er sich nicht nur räumlich, sondern auch emotional von ihr weiter entfernte.

Das Glück, hätte für ihn so nahe sein können, wenn er seine Liebe nicht für die unerreichbare Fremde aufgebracht hätte, sondern für die Frau, die ihm all ihre Liebe schenkte.

Er lebte sein Leben aber nicht mit dieser Frau. Sie war nur eine Begleiterscheinung seines dahingenommenen Schicksals.

Aber kann man jemandem vorwerfen, nicht zu lieben? Kann man es ihm zum Vorwurf machen, dass er seine Frau nicht liebte? “Man kann Liebe nicht erzwingen”, könnte man argumentieren.

Aber ist Liebe nicht auch eine bewusste Entscheidung? Eine gebende Liebe, so wie seine Frau sie ihm entgegenbringt, entsteht doch nicht nur durch Gefühlsregungen.

Vielleicht kann man ihn des Egoismus beschuldigen. Des Egoismus sich nur um sich selbst zu drehen, seine Frau nicht wahrzunehmen und ihre Bedürfnisse. Um seinem Ziel nahe zu kommen, nahm er sogar in Kauf, dass seine ganze Stadt zu Grunde gehen konnte. Was scherte ihn da schon seine Frau?

Eric-Emmanuel Schmitt 1

Jul2

Ich bin den französischen Schriftstellern verfallen. Mein neuster Liebling ist Schmitt. Ich wil alles von ihm verschlingen und am liebsten nichts anderes mehr tun. Doch er macht sich rar. Er hält sich sehr kurz…. er will wohl nicht zuviel von sich verraten. Außerdem ist er kostspielig. Zumindest die Bücher, die ich noch nicht gelesen habe.

Das erste Buch, dass ich von ihm las und dass mich sehr von seinem Können überzeugt hat:

Die Schule der Egoisten.

Für alle, die sich auch schonmal gedacht haben, sie könnten das einzig wirkliche Lebewesen dieser Welt sein und alles andere würde nur ihrer Phantasie entspringen. Man selbst als der Schöpfer seines Universums. Lest dieses Buch und ihr werdet erstaunt sein wohin euch diese Überlegung zwangsläufig führt.

Wie ich es liebe! Ich habe mich verstanden gefühlt und kaputt gelacht. Und ich muss euch gestehen: Ich bin Gaspard Languenhaert.

Ich hab es nicht lange ohne ihn ausgehalten und daraufhin besorgte ich mir bei meinem Bücherdealer diesen kostbaren Lesestoff: Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran.

Es war nicht wie das erste Buch, dass  ich gelesen hatte. Es war demnach anders. Es war schön. Und ich habe auch sehr gelacht. Es muss ein komischer Anblick gewesen sein, wie ich da für mich las und nicht mehr konnte vor Lachen. Aber Schmitts Bücher sind nie nur lustig, sie sind auch einfach sehr ehrlich, so realistisch ehrlich, dass sie einen auch ein wenig traurig stimmen.

Und ich habe es wieder nicht allzu lange ausgehalten. Das nächste musste her. Heute morgen, vor meiner Klausur hat der liebe Mann von der Post es vorbei gebracht. Und nach meiner Klausur konnte ich auch nicht lange warten und schon im Bus nach Hause fing ich an zu lesen. Es ist natürlich wieder etwas Besonderes. Wieder so ein kleines Schmuckstück, dass man bewahren muss, damit man es, wenn man es dringend braucht, eines Tages wieder hervorholen kann.

Oskar und die Dame in Rosa.

Doch eins ist mir ein Rätsel lieber Eric: Warum muss am Ende immer jemand sterben?

Zusammen ist man weniger allein 0

Jul1

von Anna Gavalda.

Meinen Frust habe ich heute in Literatur ertränkt. Dieses Buch wurde mir von einer sehr netten Zugbekanntschaft empfohlen, die sich vor ein paar Wochen das BaWü-Ticket mit mir teilte.

Das Buch war hinreißend. Es ist eins von der Sorte, bei der man traurig ist, dass das Buch zu Ende ist. Bitte erzähl weiter! wünscht man sich. Aber dann ist es irgendwie doch gut, dass es vorbei ist. Irgendwann muss das eigene Leben schließlich wieder beginnen. Lesen wir Romane, weil wir unserem eigenen Leben entfliehen wollen? Oder einfach nur weil unser Leben selbst einfach viel zu langweilig ist?

In dem Buch gehts um ganz spezielle Menschen. Und Macken, Schwächen, Besonderheiten, natürlich auch Liebe, darum eben, wie aus unvollständigen Menschen durch Gemeinschaft ganze Menschen werden. Alles zu schön um wahr zu sein, aber das macht dieses Buch so liebenswert.

Eine Sache musste ich mir anstreichen:

“Glaubst du denn, es ist wie mit deinen Stiften? Glaubst du, daß sie sich bei Gebrauch abnutzen?” “Was denn?” “Die Gefühle?”

Zusammen ist man weniger allein.

Die Insel der Linkshänder 0

Jun28

Von Alexandre Jardin.

Habs erst vorhin fertig gelesen. Erster Eindruck: interessant. Ich muss mir erst Gedanken darüber machen. Ich glaube ich habe es in zu kurzer Zeit gelesen.

Ob man sich im Leben wirklich so ändern kann? Ein stetiges Versuchen sich und seine Beziehungen zum Positiven zu verändern. Ständige Bewegung. Hört sich jedenfalls gut an. Schöner als eingeschlafene Liebe, langsames Entlieben, Nebeneinanderherleben. Die Insel der Linkshänder.

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