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Liebe Mama, lieber Papa, liebe Geschwister im Herrn sowie in der Familie!
Falls ihr mich versucht habt anzurufen am Wochenende und ihr euch schon Sorgen macht: Ich bin leider nicht erreichbar, weil ich mein Handy in Yanis Auto liegen lies Freitagnacht. Ich werds auch nicht so schnell wieder bekommen, aber ich werde euch meine thailändische Nummer zukommen lassen, sobald ich diese morgen/heute gekauft habe.
Achso, ich fliege übrigens heute (Montag, 5.Nov) nach Thailand für 10 Tage. Ich muss ja wieder ausreisen, um ein neues Visum zu bekommen und weil Singapore mich nicht so reizt und nicht billiger kommt, fliege ich für ca. 80 € hin und zurück nach Bangkok, wo ich Sebastians Bruder Manuel treffe. Mit ihm werde ich dann zehn Tage durch Thailand reisen und am Mittwoch nächste Woche fliege ich wieder nach Jakarta.
Ich war vor zweieinhalb Wochen in Singapore für eine Nacht und die Woche darauf bin ich also nach Bali geflogen, weil ich ja sonst nicht viel zu tun habe. Ein Praktikum habe ich noch nicht gefunden und ich muss gestehen grade ist mir auch nicht danach in Jakarta zu bleiben. Ich lerne weder Indonesisch noch ist es gesund für den Körper… Deswegen strenge ich mich wohl auch nicht wirklich an bei der Praktikumsjagd.
Also stehen jetzt erst auch mal ein Aufenthalt in Yogyakarta auf der Liste. Mit Sprachkurs. Eventuell. Man weiß nie was kommt.
Bali war schön, weil es schön war aus Jakarta raus zu kommen. Aber wie Detlef schon sagte, man hätte mehr erwartet. Ich war ein wenig enttäuscht. Es ist nicht so paradiesisch, wie man erwartet hätte. Man merkt auf unangenehme Weise, dass wirklich alle Balinesen vom Tourismus leben. Überall Läden, die das selbe verkaufen. Auf dem Weg zum Strand versuchen einen die Händler in ihre kleinen Läden zu ziehen, “another dress like yours?” “yes yes” “sunglasses?!” “masas?!” (Männern bieten sie “Haschisch?Marihuana?Young girl?!” an) In Ubud, einer schönen Stadt in der Mitte von Bali, ein wenig in den Bergen, ist es noch schlimmer. Kilometerlange Straßen bestehen aus tausenden von Läden, die alle das selbe verkaufen!!! Schrecklich!
Aber das schöne an Bali ist, dass man nie alleine ist. Ich hab kein einziges Mal alleine gegessen. Immer hat mich jemand angesprochen.
Das schönste Café ist Café Dewi in den Bergen bei Ubud (siehe Fotos rechts), die Aussicht auf die Reisterassen ist bezaubernd und man kann dort sehr leckeren Ingwer/Zitronengrass/Pandanussblatt/Nelken/Honig-Tee trinken.
Der Monkey Forrest dort war auch sehr schön, kann man auch auf den Fotos sehn. Und die Affen waren ja so unglaublich bezaubernd süß! Der Wald schien außerdem irgendwie magisch…
In Kuta gibt es ein gutes Italienisches Restaurant: “Nero”. Eigentlich ist es bei Kuta, in Legian. Die Nudeln mit Tomatensoße und Auberginen (Rigatoni Siciliana) haben wirklich sizilianisch geschmeckt. Ich war hin und weg. So gut hat es nach zu Hause geschmeckt! Nur das Tiramisu ist dort nicht zu empfehlen.
Die schönste Bar in Kuta ist meiner Meinung nach Skygarden, wo es mich gleich am Anfang auf Anraten Daniels hinzog. Die beiden netten Männer am Eingang heißen Alfredo und Doelle.
Eine Warnung an alle Frauen: Wenn euch ein Typ mit an den Strand nimmt abends, dann garantiere ich euch, dass er euch da auch küssen will!
Dejavú in Seminyak (nördlich von Kuta) ist ein sehr schöner Club/Lounge. Mit Blick aufs Meer und guter elektronischer Musik.
Den schönsten Abend hatte ich auf den Treppen vor meiner billigen Unterkunft. Mit Chris, Rizal, Yanni, Rocío und noch einem anderen Mädchen aus Jakarta. Wir sangen zur Gitarre, tanzten und außer mir tranken auch alle. Solche Abende sollte man nicht nur einmal im Leben haben und ich beschloss endlich Gitarre spielen zu lernen. Die Gitarre habe ich ja schon seit Jahren zu Hause.
Ich habe übrigens im Gora homestay gewohnt, in Poppies II, mitten im touristischen Zentrum von Kuta. Es war sauber, jeden zweiten Tag wurde geputzt, Frühstück habe ich nie in Anspruch genommen. Alles für umgerechnet ca 4€ pro Nacht. Im Zimmer sind immer zwei Betten, wenn man zu zweit unterwegs ist kann man das ganze also noch billiger haben. Ich hab mir zwar keins gemietet, aber nächstes Mal wahrscheinlich dann: für ein Moped zahlt man pro Tag ca 2,30 €.
In Jimbaran bekommt man den besten frischen Fisch, den man sich aussucht bevor man sich setzt. Man feilscht um den Preis und wählt die gewünschte Zubereitungsart. Das ganze bekommt man dann meist gegrillt, mit Erdnüssen, Wasserspinat, Sambal und Knoblauchpaste. Und zum Nachtisch bekommt man automatisch Honig- und Wassermelone.
Interessant, aber für meine tunesische Begleitung langweilig, war der Ketjak-Tanz in Ulu Watu (siehe Bilder rechts). Ich muss sagen, ich war jetzt auch nicht so begeistert, aber es war doch mal was Außergewöhnliches mit einer schönen Meereskulisse, in der die Sonne versank.
An einem Mittag habe ich Sahid (den Tunesier aus Frankreich) mit nach Denpasar begleitet, wo er einige Dinge kaufen wollte, die er in Kuta nicht bekam. Zum Beispiel muslimische Sarongs. Ich hab auch gleich mal ein paar schöne Sarongs gekauft. Kleiner Tipp für Sarong-Kaufwillige: Jalan Sulawesi in Denpasar. Man bekommt sie hier, glaube ich, recht günstig.
Oh ja, den leckersten Schokoladenkuchen bekommt man in einem mexikanischen Restaurant in Poppies I. Im Tj’s. Thank you so much James for taking me there!
Dank Ratna, einer Bekannten in Jakarta, habe ich Dwi in Bali kennengelernt, der dort Schmuck verkauft. Echten Schmuck, er designed ihn sogar selbst. Also habe ich Dwi in Kuta bei seinem Schmuckladen besucht und er schlug mir vor mir Ubud zu zeigen. Das war sooo nett! Manchmal kann ich es gar nicht fassen, wie nett die Leute hier sind! Nein, in diesem Fall nicht nur weil ich blond bin und weiße Haut und Brüste habe. Dwi ist nämlich laut Ratna anderweitig orientiert.
Das war also mein Bali. Im groben Überblick.
Von Singapur, die Woche zuvor, habe ich ja nur den Flughafen von innen gesehn. Ein wirklich schöner Flughafen um eine Nacht zu verbringen! Die Buchläden sowie die Cafés haben die ganze Nacht hindurch geöffnet, überall sind Computer mit gratis Internet Access und am Ende hab ich sogar gemerkt, dass es extra Ruhebereiche zum Schlafen gibt. Hab ich aber nicht gebraucht, weil ich die ganze Nacht Unterhaltung von Michal hatte, der dort am Flughafen arbeitet. Ursprünglich kommt er aus Sumatra (westlicher Teil Indonesiens) und er bot mir an, dass er mir nächstes Mal Singapur zeigen könne, wenn ich länger als nur eine Nacht bliebe.
Übrigens hab ich in dieser Nacht gelernt, wie man Beamte am Flughafen schmiert und was man beachten sollte, wenn man sein Visum zu entziffern versucht. Außerdem sollte man sein Ausreise-Ticket aus Indonesien nicht vergessen, sonst lassen sie einen nämlich gar nicht erst rein. Es sei denn man schmiert. Und ich bin ja so gegen Korruption!
Morgen fliege ich also nach Thailand. Ich werde mein Ausreise-Ticket nicht vergessen und den Imigrasi-Beamten keinen Grund geben Geld von mir zu verlangen. Außer den normalen Gebühren fürs Touristenvisum (25USD). Mein kleiner Handgepäckkoffer ist halb leer, weil er danach verlangt in Thailand mit allerlei Kostbarkeiten gefüllt zu werden. In Bali waren das bunte Sarongs und Räucherstäbchen.








