Category Lolas Reisen

Lost Mobile 0

Nov4

Liebe Mama, lieber Papa, liebe Geschwister im Herrn sowie in der Familie!

Falls ihr mich versucht habt anzurufen am Wochenende und ihr euch schon Sorgen macht: Ich bin leider nicht erreichbar, weil ich mein Handy in Yanis Auto liegen lies Freitagnacht. Ich werds auch nicht so schnell wieder bekommen, aber ich werde euch meine thailändische Nummer zukommen lassen, sobald ich diese morgen/heute gekauft habe.

Achso, ich fliege übrigens heute (Montag, 5.Nov) nach Thailand für 10 Tage. Ich muss ja wieder ausreisen, um ein neues Visum zu bekommen und weil Singapore mich nicht so reizt und nicht billiger kommt, fliege ich für ca. 80 € hin und zurück nach Bangkok, wo ich Sebastians Bruder Manuel treffe. Mit ihm werde ich dann zehn Tage durch Thailand reisen und am Mittwoch nächste Woche fliege ich wieder nach Jakarta.

Ich war vor zweieinhalb Wochen in Singapore für eine Nacht und die Woche darauf bin ich also nach Bali geflogen, weil ich ja sonst nicht viel zu tun habe. Ein Praktikum habe ich noch nicht gefunden und ich muss gestehen grade ist mir auch nicht danach in Jakarta zu bleiben. Ich lerne weder Indonesisch noch ist es gesund für den Körper… Deswegen strenge ich mich wohl auch nicht wirklich an bei der Praktikumsjagd.

Also stehen jetzt erst auch mal ein Aufenthalt in Yogyakarta auf der Liste. Mit Sprachkurs. Eventuell. Man weiß nie was kommt.

Bali war schön, weil es schön war aus Jakarta raus zu kommen. Aber wie Detlef schon sagte, man hätte mehr erwartet. Ich war ein wenig enttäuscht. Es ist nicht so paradiesisch, wie man erwartet hätte. Man merkt auf unangenehme Weise, dass wirklich alle Balinesen vom Tourismus leben. Überall Läden, die das selbe verkaufen. Auf dem Weg zum Strand versuchen einen die Händler in ihre kleinen Läden zu ziehen, “another dress like yours?” “yes yes” “sunglasses?!” “masas?!” (Männern bieten sie “Haschisch?Marihuana?Young girl?!” an) In Ubud, einer schönen Stadt in der Mitte von Bali, ein wenig in den Bergen, ist es noch schlimmer. Kilometerlange Straßen bestehen aus tausenden von Läden, die alle das selbe verkaufen!!! Schrecklich!

Aber das schöne an Bali ist, dass man nie alleine ist. Ich hab kein einziges Mal alleine gegessen. Immer hat mich jemand angesprochen.

Das schönste Café ist Café Dewi in den Bergen bei Ubud (siehe Fotos rechts), die Aussicht auf die Reisterassen ist bezaubernd und man kann dort sehr leckeren Ingwer/Zitronengrass/Pandanussblatt/Nelken/Honig-Tee trinken.

Der Monkey Forrest dort war auch sehr schön, kann man auch auf den Fotos sehn. Und die Affen waren ja so unglaublich bezaubernd süß! Der Wald schien außerdem irgendwie magisch…

In Kuta gibt es ein gutes Italienisches Restaurant: “Nero”. Eigentlich ist es bei Kuta, in Legian. Die Nudeln mit Tomatensoße und Auberginen (Rigatoni Siciliana) haben wirklich sizilianisch geschmeckt. Ich war hin und weg. So gut hat es nach zu Hause geschmeckt! Nur das Tiramisu ist dort nicht zu empfehlen.

Die schönste Bar in Kuta ist meiner Meinung nach Skygarden, wo es mich gleich am Anfang auf Anraten Daniels hinzog. Die beiden netten Männer am Eingang heißen Alfredo und Doelle.

Eine Warnung an alle Frauen: Wenn euch ein Typ mit an den Strand nimmt abends, dann garantiere ich euch, dass er euch da auch küssen will!

Dejavú in Seminyak (nördlich von Kuta) ist ein sehr schöner Club/Lounge. Mit Blick aufs Meer und guter elektronischer Musik.

Den schönsten Abend hatte ich auf den Treppen vor meiner billigen Unterkunft. Mit Chris, Rizal, Yanni, Rocío und noch einem anderen Mädchen aus Jakarta. Wir sangen zur Gitarre, tanzten und außer mir tranken auch alle. Solche Abende sollte man nicht nur einmal im Leben haben und ich beschloss endlich Gitarre spielen zu lernen. Die Gitarre habe ich ja schon seit Jahren zu Hause.

Ich habe übrigens im Gora homestay gewohnt, in Poppies II, mitten im touristischen Zentrum von Kuta. Es war sauber, jeden zweiten Tag wurde geputzt, Frühstück habe ich nie in Anspruch genommen. Alles für umgerechnet ca 4€ pro Nacht. Im Zimmer sind immer zwei Betten, wenn man zu zweit unterwegs ist kann man das ganze also noch billiger haben. Ich hab mir zwar keins gemietet, aber nächstes Mal wahrscheinlich dann: für ein Moped zahlt man pro Tag ca 2,30 €.

In Jimbaran bekommt man den besten frischen Fisch, den man sich aussucht bevor man sich setzt. Man feilscht um den Preis und wählt die gewünschte Zubereitungsart. Das ganze bekommt man dann meist gegrillt, mit Erdnüssen, Wasserspinat, Sambal und Knoblauchpaste. Und zum Nachtisch bekommt man automatisch Honig- und Wassermelone.

Interessant, aber für meine tunesische Begleitung langweilig, war der Ketjak-Tanz in Ulu Watu (siehe Bilder rechts). Ich muss sagen, ich war jetzt auch nicht so begeistert, aber es war doch mal was Außergewöhnliches mit einer schönen Meereskulisse, in der die Sonne versank.

An einem Mittag habe ich Sahid (den Tunesier aus Frankreich) mit nach Denpasar begleitet, wo er einige Dinge kaufen wollte, die er in Kuta nicht bekam. Zum Beispiel muslimische Sarongs. Ich hab auch gleich mal ein paar schöne Sarongs gekauft. Kleiner Tipp für Sarong-Kaufwillige: Jalan Sulawesi in Denpasar. Man bekommt sie hier, glaube ich, recht günstig.

Oh ja, den leckersten Schokoladenkuchen bekommt man in einem mexikanischen Restaurant in Poppies I. Im Tj’s. Thank you so much James for taking me there!

Dank Ratna, einer Bekannten in Jakarta, habe ich Dwi in Bali kennengelernt, der dort Schmuck verkauft. Echten Schmuck, er designed ihn sogar selbst. Also habe ich Dwi in Kuta bei seinem Schmuckladen besucht und er schlug mir vor mir Ubud zu zeigen. Das war sooo nett! Manchmal kann ich es gar nicht fassen, wie nett die Leute hier sind! Nein, in diesem Fall nicht nur weil ich blond bin und weiße Haut und Brüste habe. Dwi ist nämlich laut Ratna anderweitig orientiert.

Das war also mein Bali. Im groben Überblick.

Von Singapur, die Woche zuvor, habe ich ja nur den Flughafen von innen gesehn. Ein wirklich schöner Flughafen um eine Nacht zu verbringen! Die Buchläden sowie die Cafés haben die ganze Nacht hindurch geöffnet, überall sind Computer mit gratis Internet Access und am Ende hab ich sogar gemerkt, dass es extra Ruhebereiche zum Schlafen gibt. Hab ich aber nicht gebraucht, weil ich die ganze Nacht Unterhaltung von Michal hatte, der dort am Flughafen arbeitet. Ursprünglich kommt er aus Sumatra (westlicher Teil Indonesiens) und er bot mir an, dass er mir nächstes Mal Singapur zeigen könne, wenn ich länger als nur eine Nacht bliebe.

Übrigens hab ich in dieser Nacht gelernt, wie man Beamte am Flughafen schmiert und was man beachten sollte, wenn man sein Visum zu entziffern versucht. Außerdem sollte man sein Ausreise-Ticket aus Indonesien nicht vergessen, sonst lassen sie einen nämlich gar nicht erst rein. Es sei denn man schmiert. Und ich bin ja so gegen Korruption!

Morgen fliege ich also nach Thailand. Ich werde mein Ausreise-Ticket nicht vergessen und den Imigrasi-Beamten keinen Grund geben Geld von mir zu verlangen. Außer den normalen Gebühren fürs Touristenvisum (25USD). Mein kleiner Handgepäckkoffer ist halb leer, weil er danach verlangt in Thailand mit allerlei Kostbarkeiten gefüllt zu werden. In Bali waren das bunte Sarongs und Räucherstäbchen.

Lola ist auf Bali 12

Okt28

nachdem sie letzte Woche in Singapur war um ihr Visum zu verlaengern. Naeheres wird naechste Woche berichtet, wenn ich wieder zu Hause in Jakarta bin :-(

Aber nur falls ich meinn Laptop wiedr zum laufen kriege. Windows weigert sich zu starten! Es geht nichts mehr!

Ich starte den Pc und dann sagt mir der Bildschirm ich soll die Reboot Disc einlegen. Was soll das heissn? Sind meine ganzen Daten verloren? Was ist ueberhaupt passiert? Ist was kaputt oder ist es ein Virus?

Wenn mir irgendjemand sagen kann was ich eventuell tun koennte, dann bitte einen Kommentar hier hinterlassen! Ich waere wirklich sehr sehr dankbar!

Idul Fitri naht 0

Okt4

Das Ende des Ramadhan naht und die Leute fangen schon langsam an sich zurueck in ihre Heimatdoerfer zu begeben. Idul Fitri (wird wohl das Zuckerfest sein) ist wie fuer uns Weihnachten. Vor zwei Tagen hat die Regierung einfach mal kurzfristig die public holidays ausgeweitet. Das geht auch wirklich nur in Indonesien. Die Leute freuen sich natuerlich, aber was fuer ein Verlust fuer die Wirtschaft das sein muss… nicht zu fassen.

Die ganzen Haushaltsmaedchen fahren natuerlich auch aufs Land zurueck (ke kampung) und ich habe gehoert, dass manche Reichen das als Anlass nehmen, fuer eine Woche ins Hotel zu ziehen. Wie soll man schliesslich allein ueberleben, wenn man weder selbst kochen oder Waesche waschen kann? Ein Desaster!

Die Zimmermaedchen im Hotel koennen natuerlich nicht nach Hause, bekommen aber mehr Geld waehrend der Feiertage.

Unsere Pembantu geht gluecklicherweise erst am Montagabend. Eine Woche ohne sie werden wir hoffentlich ueberleben. Aber ich merke schon, das Leben hier wird haerter fuer all die, die da bleiben. Mein Ojekfahrer hat sich schon am Dienstagmorgen von mir verabschieded. Eine Kathastrophe! Wie soll ich jetzt schnell und billig  zur Arbeit kommen? Einfach ein anderes Ojek nehmen ist einfacher gesagt als getan. Wenn man den Fahrer nicht auf lange Zeit engagiert zahlt man (vor allem als Auslaender) horrende Preise. Gestern war also Taxi angesagt und heute eine Mischung aus Taxi und Busway. Morgen werde ich vielleicht mal ein Mikrolet (alter, rostiger Minibus) bis zur Jalan Sudirman nehmen und von dirt aus dann wieder mit dem Busway bis zum Plaza Indonesia, dass gegenueber vom Deutsche Bank Building liegt, wo ich ja arbeite. 

Ich glaube, ich habe noch nicht viel vom Ramadhan hier erzaehlt. Wenn 80% der Bevoelkerung (in Jakarta), woanders sind es wahscheinlich auch mehr) bis abends um sechs Uhr fastet, dann aendert das sogar das Stadtbild. Die Warungs sind tagsueber geschlossen, nirgends stehen kaki lima (die kleinen mobilen Verkaufsstaende) und wenn, dann man doch welche sieht, dann sind sie leer. Abends jedoch, immer dann wenn ich grade von der Arbeit nach Hause fahre, geht das Leben wieder los. Ueberall rauchen die Sate-Staende, werden verschiedenste Snacks und besondere Suppen zum Fastenbrechen angeboten und drumherum wuselt es von Leuten. Dann, um ca. zehn vor sechs wird feierlich zugeschlagen; in der Familie, mit Freunden oder Kollegen; zu Hause, im Warung oder im Restaurant.

Versucht nie um kurz vor sechs Essen zu gehen, waehrend Ramadhan. Man findet einfach keinen Platz!

Ausserdem sollte man dann auch nicht versuchen ab Viertel vor 6 ein Taxi zu bekommen. Es ist beinahe unmoeglich.

Danach nimmt aber wieder alles seinen gewohnten Lauf…

Weltreisende 3

Sep30

Heute habe ich mit Stephi gesykped, bei ihr in Canada war Samstagnacht, während bei mir Sonntagvormittag war und ich habe ihr erzählt, was ich Samstagsnacht gemacht habe. Nämlich auf dem Tisch vom Red Square getanzt. Es war einfach kein Platz mehr auf den Boden, also musste ich meinem Tanzdrang eben in dieser Art und Weise nachkommen. Aber ich denke, ich fiel nicht weiter auf, weil irgendwie der halbe Laden auf Tisch und Bad etc getanzt hat.

Ich habe also mit Stephi geredet und wurde sentimental, ich erinnerte mich an die Zeit zurück, in der wir neben einander im Bio-Unterricht saßen… damals hätte ich nie gedacht, dass wir beide mal so um die Welt reisen würden. Und einmal im Jahr treffen wir uns…. So hoffentlich auch Ende Januar wieder, wenn wir beide wahrscheinlich wieder zurück kommen.

Ich würde so gerne gerade den Herbstanfang am Bodensee miterleben.  So wie letztes Jahr, als alles noch so neu war. Ich musste noch nie so viele neue Leute auf einmal kennen lernen, wie letztes Jahr im Oktober. Ich würde grade gerne nochmal die Zeit zurück drehn und alles genau so nochmal erleben. Kein bisschen anders.

Während Stephi gerade in Canada ihr Auslandssemester genießt, studiert Manuel jetzt, der vorher mal ne ganze Weile in China war, in Rotterdam International Business. Und alle bloggen sie fleißig…

Heute habe ich mir die Lyrics von den neusten indonesischen Liedern, die grade in allen Malls und im Radio zu hören sind, runtergeladen. Und jetzt  ich versuche sie auswendig zu lernen. Die Lieder sind so schön und ich hoffe, beim nächsten Mal Karaoke nicht nur englische Lieder singen zu können.

Dieses Wochenende bin ich ganz alleine zu Hause, weil Rini auf einer Hochzeit in Bali ist. Sie war schon ganz besorgt, mich alleine zu lassen und bot mir an ihre Freundinnen zu fragen, ob sie hier schlafen wollen, falls ich Angst hätte. Ich hab ihr dann erzählt, dass ich in Deutschland eigentlich oft alleine bin und ich keine Angst habe. Sooo lieb! Ich werde so umsorgt hier, ich weiß nicht, wie ich das jemals wieder zurück geben kann. Und wenn Rini und Ita morgen wieder kommen, bringen sie mir auch noch Geschenke (oleh-oleh) aus Bali mit!

Am Samstag hat mich Andrew, ein Freund von Rini,  morgens abgeholt und wir sind zusammen nach Cikarang (Ostostost-Jakarta) gefahren, wo die riiiiießige Mattel-Barbie-Fabrik steht. Und dann hat er mir eine exklusive Führung durch die ganze Fabrik gegeben und mir alles schön erklärt, vom product development über abuse-tests, laser stoff schneider und die tricks die Barbies richtig zu verpacken. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so eine riesige Produktionshalle gesehen. Ich weiß nicht, wie viele Fussballfelder da rein passen, aber es müssen viele sein. 4000 Leute können gleichzeitig dort arbeiten. Und am Tag werden dann eine Million (!!!) Barbies produziert. Wer kauft denn die ganzen Barbies? Es gibt nicht nur Barbies, die richtig tollen sind aus Porzellan, tragen Designer Kleider und werden nur in Vitrinen von verrückten Barbie-Sammlern gestellt. Ich will auch so schön sein wie Barbie… und sie hat so viele schöne Kleider! Es gibt so tolle Jobs in dieser Fabrik, manche Leute sind nur damit beschäftigt, den ganzen Tag mit Barbies zu spielen, sie zu baden, zu kämmen, auseinander zu ziehen, zu missbrauchen… wir sollten die Kinderarbeit wieder einführen! Aber Kinder sind in der Fabrik strickt verboten. Wahrscheinlich weil sie völlig durchdrehn würden…

Mein Tipp an Mattel: Entwickelt Barbies, bei deinen man die Haare wechseln kann. Perücken für Barbies… das wäre mal cool. Gibts bis jetzt jedenfalls noch nicht, aber wir hätten es früher gebrauchen können, nachdem wir unsere Barbies mit einem unvorteilhaften Haarschnitt völlig verunstaltet haben.

Nach dem Besuch der Fabrik bin ich jetzt stolze Besitzerin eines unbemalten Kopfes von Ken und eines von Steven, dem dunkelhäutigen politisch korrekten Gegenstück zu Ken. Aber Steven ist definitv more handsome!

Um den Tag perfekt zu machen gings dann abends zur Party von Leo nach West-Jakarta. Gefeiert wurde u.A. der Geburtstag seines jüngeren Bruders, die Einweihung des Hauses und das andere habe ich vergessen. Sämtliche Verwandte und Freunde waren anwesend, haben gegessen und Leos Papa zugehört, der am Keyboard saß und sang. Schöne, kitschige, indonesische Lieder. Später, nachdem Marina, Geli und Tobi schon einiges an Bintang Bier zu sich genommen hatten, lösten wir ihn ab. Allerdings waren die Lieder dann Englisch oder Deutsch. Natürlich haben wir uns gnadenlos blamiert! Wir wurden aber auf eine sehr freundliche Art und Weise ausgelacht.

Ich weiß jetzt aus erster Hand, warum Leo so gut kochen kann. Seine Mutter ist eine Küchenfee…. Leider habe ich das Rezept für die wahnsinnig leckeren Hähnchenschlegelchen nicht verstanden. Ich kann mich nur an Salz, kecap manis und bawang putih erinnern.  Leo, falls du das lesen solltest, bitte bitte bitte gib mir das Rezept auf Deutsch :-)

Heute war ich dann wieder nicht wirklich alleine. Um zehn kam die Pembantu und hat mich vor der Verwahrlosung bewahrt. Jetzt ist alles wieder sauber, gewaschen und gebügelt. Ausserdem hat sie Blumen und ein paar Lebensmittel auf dem Markt eingekauft und für mich gekocht. Ist es nicht schön? Ich überlege schon krampfhaft, wie ich sie nach Deutschland schleußen kann…  Spinat kann sie jedenfalls gut kochen.

Letzte Woche war ich auch im Red Square. Scheint der einzige Club zu sein, der während Ramadhan geöffnet hat. Okay, neben dem berühmt berüchtigen Stadium. Wer sich für Clubs interessiert, in denen nur Drogen und Wasser verkauft wird, meldet sich bei mir und ich schicke den Artikel von Watch Indonesia weiter… Unglaublich. Ich kann es nicht fassen, dass es so was gibt. Soll eine Art rechtsfreie Zone sein. Wer hier verschwindet ist wohl für immer verschwunden…

Wie gesagt, letzte Woche Red Square, Nein, ich habe nicht auf dem Tisch getanzt, mein Kleid war zu kurz. Rini und ich waren mit Andrew und Herlin dort, zwei ehemalige Kollegen von ihr. Rini hat nämlich auch mal bei Mattel gearbeitet.  Der Abend war suuuper und irgendwann verkündete mir Andrew, ich müsste wohl sein Auto nach Hause fahren. Bzw Rini und mich selbst nach Hause fahren. Ich war ja sooo aufgeregt! Mein erstes Mal auf der linken Straßenseite fahren! Mit dem Lenkrad auf der rechten Seite. Dabei wollte ich nie in Jakarta Auto fahren… Aber es gibt wohl nichts besseres als nachts in Jakarta rumzukurven. Leider wohne ich nur 5 Minuten vom Red Square entfernt. Nachts. Tagsüber mit Stau mindestens eine halbe Stunde.

Anfangs, als ich noch neu in Jakarta war, dachte ich, dass ich mich nieee trauen würde auf ein Ojek zu sitzen. So knapp wie die Mopeds immer an den Autos vorbei fahren…. unglaublich. Aber jetzt ist es mein bevorzugtes Fortbewegungsmittel hier. Es gibt nichts Schnelleres. Und Angst hatte ich dabei eigentlich nie. Auch nicht, als Rini mir erzählt hat, eine Kollegin von ihr sei vor kurzem vom Ojek gefallen…. :-o

Jakarta verändert irgendwie.

Kurzsichtige, Blinde und Lahme 5

Sep19

Im interessanten Gespräch mit der deutschen Kollegin, die schon seit 15 Jahren in Indonesien lebt, kamen wirklich sehr interessante Gedanken zur Sprache. Komisch, dass ich selbst noch nicht auf den Gedanken gekommen bin. Warum denken Indonesier (und generell Menschen in den meisten Entwicklungsländern) nicht an morgen? Warum planen sie nicht sondern, sorgen nicht für die Zukunft vor? Weil es keine kalte Jahreszeit gibt. Ganz einfach. Sie haben nie gelernt, Vorräte anlegen zu müssen. Man muss sich hier keine Sorgen machen, dass es zu kalt sein könnte, um auf der Straße zu schlafen. Und deshalb leben viele hier immer noch einfach in den Tag hinein. Leben von der Hand in den Mund. Die ersehnte Pembantu kam heute nicht. Kurz bevor sie kommen sollte, hat sie abgesagt. Sie hat heute keine Zeit. Wieso kann man sich hier nie auf was verlassen? Uhrzeiten stimmen nie, Zusagen sind nicht fix und wenn jemand Ja sagt, kann es alles heißen. Zum Glück schütteln die Leute wenigstens nicht, wie die Inder, bei allem den Kopf. Mein lieber Bruder fliegt übermorgen nach Sizilien. Ich beneide ihn so. Ich sehne mich sooo sehr dort hin. Ja, ich bin froh, dass ich Indonesien bin. Aber wer mich kennt, weiß, dass ich gerne überall gleichzeitig wäre. Ach ja, wenn mir jemand was Gutes tun will, ich wünsche mir das Haus in Campagna bei San Biagio, auf dem Berg, mit der eigenen Quelle und großem Garten. Wie viel kostet es noch mal? Ich glaube es lag so bei 50.000€. Nicht zögern! Mir schenken! Dem großzügigen Schenker wird mein ewiger Dank gehören. Ibu Wiwi meinte, ich hätte auch bei ihr einziehen können. Sie hat noch zwei Zimmer in ihrem Haus frei und da hätte ich auch für Rp.1.000.000 wohnen können. Ich werds mir für nächstes Mal merken. Vielleicht komm ich ja in eineinhalb Jahren wieder. Da freu ich mich irgendwie jetzt schon wieder drauf. So aufregend mal hier mal dort zu leben. Deutschland ist auf seine Art toll, Jakarta auf eine andere. Heute Abend musste ich unbedingt noch mal in den Pool. Kaum war ich drin… so ca. um 9 Uhr, ging plötzlich die Poolbeleuchtung aus. Wieso? War trotzdem sehr schön. Ist so schön, wenn auch nachts die Temperatur so angenehm ist, dass man schwimmen gehen kann. Aber trotzdem würde ich gerne den Herbstanfang in Deutschland miterleben. Ich habe heute auch viel über die Unruhen 1998 in Jakarta gelernt. Meine Kollegin wohnt im Westen Jakartas, nicht weit von Taman Anggrek (schreibt man das so?). Taman Anggrek ist jedenfalls die größte Mall Südostasiens. Im Westen wohnen fast ausschließlich Chinesen. Die Supermärkte dort sind auch nur auf Chinesischen Geschmack eingestellt, weshalb sie zum Einkaufen auch immer mindestens bis ins Zentrum fahren muss. Jedenfalls habe ich dann heute endlich mal verstanden, wieso es zu den Unruhen kam. Ja ich gestehe, bis heute habe ich das nie richtig nachvollziehen können. Sie war jedenfalls mittendrin. Suharto war kein Feind der wirtschaftsstarken Chinesen (Wie wir wissen, haben die in Indonesien lebenden Chinesen fast die gesamte Wirtschaft Indonesiens in der Hand), sondern hat mit ihnen zusammen gearbeitet. Suharto war also schon sehr lange an der Macht und wahrscheinlich hatte er nicht mal mehr wirklich Lust darauf, aber seine gierige Familie hat einfach nicht genug bekommen. Er war gerade auf Auslandsreise, scheinbar in Saudi Arabien o.ä. als die ganze Sache passierte. Ein anderer machtgieriger Mensch wollte Suharto stürzen… dazu brauchte es aber irgendwelche Unruhen, um sagen zu können: Schaut her, Suharto hat sein Land nicht mehr unter Kontrolle, wir brauchen einen neuen Präsidenten. Und die Chinesen boten sich sehr gut als Opfer an, da sie sowieso beneidet werden, schließlich sind sie die wirklich Reichen im Land. Suhartos Schwiegersohn, der scheinbar nicht gerade der Klügste war, aber dem Militär vorstand, wurde vermutlich von diesem gierigen Menschen bestochen, das Militär zu veranlassen, zum Teil als Landleute verkleidet, Malls und Apartments zu stürmen und die armen Leute in die Malls zum Plündern zu locken. Scheinbar haben sie dann die Leute reingejagt, die Türen geschlossen und Gasbomben rein geschmissen. Das muss man sich mal vorstellen! In einer zivilisiert wirkenden Stadt, im Jahre 1998. Damit hätte nie jemand gerechnet. Jedenfalls sind massenweise Leute gestorben. Die meisten Malls befinden sich übrigens in chinesischer Hand. In Kelapa Gading (Das ist im Osten Jakartas) haben sie auch ein Apartmentgebäude gestürmt, in dem fast nur Chinesen wohnten. Die Frauen wurden vergewaltigt und ein Mädchen wurde so extrem an den Genitalien verstümmelt, dass sie daran starb. Ja, wir befinden uns immer noch im Jahre 1998! Als Ausländer konnte man sich jetzt generell nicht auf die Straße trauen. Die arme Landbevölkerung, die vom Militär aufgestachelt wurde, zerrte die Leute sogar aus den Autos und raubte sie aus. Wer konnte floh mindestens nach Bali. Während der folgenden Wochen muss Bali voll mit Expats und Chinesen gewesen sein. Meine Kollegin und ihre Kinder waren auch dort. Ihre Bekannte, die in der Botschaft arbeitet, saß dort tagelang fest. Ohne Zahnbürste. Ohne Schlafsack. Es muss schrecklich gewesen sein. Der einzige Ort, an dem man nicht davon merkte, soll Süd-Jakarta gewesen sein. Dort leben ja auch fast nur Westler. In Kemang. Man konnte scheinbar sogar noch ganz normal einkaufen gehen. Sonst waren alle Supermärkte in Jakarta geplündert. Wie als wenn die Leute das voraus gesehen haben sollten, haben sie schon zwei Tagen vor dem Ausbruch, als die ersten Tankstellen in Brand gesteckt wurden, die Benzinpreise stiegen und Studenten erschossen wurden, alles leer gekauft. Zwei Wochen später war Suharto dann endlich gestürzt und es kehrte mit Habibi, dem damaligen Vize-Präsidenten, wieder Ruhe ein. Er wollte Flugzeuge bauen. Was schief ging. Nach zwei Jahren kam dann der Blinde mit seiner lahmen Tochter an die Macht und es soll ein sehr lustiges Kommen und Gehen gewesen sein. Nach den Unruhen sind jedenfalls sehr viele Expats, also in Indonesien arbeitende Ausländer, gegangen. Vorher gab es scheinbar sehr viel mehr Westler hier.

Auf die Minute 0

Sep19

Pak Ipung war suuuper puenktlich heute und ich bin froh, dass ich meine “Angst vor dem gefeuert werden”-Szene nicht bringen musste. Die Securitys, die ich jeden Morgen im vorbeilaufen gruesse freuten sich mit mir und gaben mir schon Bescheid, dass mein Ojekfahrer schon wartete. Die haben mich naemlich die letzten Male schon mit Vergnuegen beobachtet, wie ich da immer 20 Minuten gelangweilt stand und mich langweilte.

Heute ist nicht viel zu tun und ich habe mich ausgiebig mit meiner Kollegin nebenher unterhalten koennen, die schon seit Jahren in Indonesien wohnt. Wir haben ueber Pembantus gesprochen und wie schwierig es heutzutage ist, gute zu bekommen. Sie meinte, die guten embantus wuerden alle nach Saudi-Arabien zum Arbeiten gehn. Und wenn man mit Emirates nach Dubai fliegt, stehen zu Hauf die verschleierten Pembantus in der Schlange.

Und wir sprachen ueber dumme Pembantus und die schlechten Schulbuecher. Und man kann den Leuten ja eigentlich echt nicht boese sein manchmal, sie haben es einfach nicht besser gelernt. Aber meine Kollegin schliesst von dem unhoeflichen Hineindraengen in Fahrstuhele oder Busse nicht auf Dummheit, sondern einfach nur auf Egoistmus. Und sie hat sicher damit Recht. Das war die Sache mit dem Inner Circle… Alle Leute, die nicht drin sind, werden nicht gut behandelt. Man ist ruecksichtslos, aggressiv, egoistisch… und zu den Leuten im Inner Circle genau das Gegenteil. Komisch, diese Welt hier.

Und wir haben von Kakerlaken in Getraenken von KFC und Burgern von McDonalds geredet. Sie lebt schon so lange hier, dass sie auch wirklich schon viel erlebt hat. Und sie will nicht wissen, was sie in dieser Zeit schon alles gegessen hat, ohne es zu merken.

Merke:

- Trinke nie offene Getraenke, egal wo. Bei McDonalds werden die Getraenkeleitungen wohl auch nicht staendig gereinigt und man weiss nie, was da so alles unbemerkt hineinkrabbelt. 

- Der kaki lima Verkaeufer hat kein Wasser um seine Haende zu waschen, nachdem er mal musste. Also Obst udn Obstsalat IMMER vorher waschen und eigenlich nur kaufen was wirklich vor deinen Augen erhitzt wird… (Dabei liebe ich Gado-Gado so sehr…)

- auch Indonesier koennen nicht jeden Tag von kaki limas und Warungs essen, weil sie dann Magen- und Darmprobleme bekommen, also sollte ein Europaer es auch nicht uebertreiben.

Da war es heute richtig schoen, dass frisch gekochte Essen von zuhause mitzunehmen. Man weiss genau was drin ist. Obwohl… gestern hatten die Ameisen sehr grosses Interesse an unserem Geschirrtuch in der Kueche gezeigt. Doch mit viel Chemiespray hab ich sie alle massenweise abgeschlachtet. Die armen Ameisen… sollten sie es noch einmal wagen, wird meine Rache unhaltbar sein!

Otto ist krank 0

Sep19

Heute gehe ich endlich mal zum Arzt. Nachdem ich seit Donnerstag Kopfschmerzen habe und oft stechende Bauchschmerzen, vor allem wenn ich Wasser getrunken habe. So komische Bauchschmerzen die ganz kurz kommen, extrem wehtun und dann wieder verschwinden. Dazu habe ich mich gestern auch noch ein wenig fiebrig und schwindelig gefühlt, obwohl ich in der Nacht zuvor extra viel geschlafen habe. Also bin ich nach zwei Stunden Arbeit wieder nach Hause und hab mich ins Bett gelegt. Abends gings mir dann auch nicht besser und ich war sooo glücklich als Rini von der Arbeit kam und mir eine Suppe mit frischem Spinat gekocht hat. Das war ein kleiner Ersatz für den Griesbrei, den Mama mir in dieser Situation eigentlich gemacht hätte. (Gestern hab ich dich echt vermisst, Mama!) Ja gestern hab ich dann auch die Fotos mal wieder angeschaut, die Borahm und Doro mir zum Abschied geschenkt haben. Und ich wurde richtig sentimental, als ich so hilflos im Bett rumsiechte. Und ich dachte daran, wie schön es jetzt wäre, an der Seestraße zu sitzen und den langsamen Beginn des Herbstes zu fühlen. Hier ist natürlich nichts mit Herbst. Aber meine Kollegin Ibu Wiwi meint, die Regenzeit würde in diesem Jahr vermutlich früher anfangen. Na toll. Ich hoffe immer noch, dass sie nach meinen Praktika beginnt.  

So. Ich war jetzt bei der internationalen SOS-Clinic in….hm…. hab den Namen vergessen. War ein bisschen weiter im Süden von Jakarta. Es gibt aber auch eine kleine Zweigstelle hier in der Nähe in Kuningan, im Setiabudi Gebäude. Weil die Weltbank viele Autos und viele Fahrer hat und Rini meinte, mich nicht alleine mit dem Taxi fahren lassen zu können, hat mich Pak Indra heute abgeholt, während ich beim Arzt war, auf mich gewartet, und mich dann wieder heimgebracht. Bzw. hab ich mich beim Carrefour absetzen lassen, weil ich noch ein paar Sachen einkaufen musste, z.B. Handtücher und eine bessere Atemschutzmaske. Ich habe Pak Indra gefragt ob er fastet. Nein, er fastet nicht, weil er Christ ist. Er geht jede Woche in die Kirche. Und nachdem er gefragt hatte, welche Religion ich hätte, meinte er es gäbe mehrere Adventgemeinden. Er wusste sogar ungefähr wo sie sind. Also wenn ich mal hin will, dann werde ich Pak Indra fragen. Bei der Hinfahrt zum Arzt hat mich sogar noch eine nette Kollegin von Rini begleitet. Sie hat mir erzählt, dass die Verkäufer bei den traditionellen Märkten meist Javaner, Maduresen oder Minangkabau seien. Die Minangs verkaufen meist Kleidung und die Maduresen meist Fisch. Soweit ich mich richtig erinnere… Und wenn ein Markt in einem mehrstöckigen Gebäude ist, dann wird Fleisch und Fisch im untersten und manchmal auch im obersten Stockwerk verkauft und in den mittleren Stockwerken meist Kleidung. Was man so alles lernt auf dem Weg zum Arzt…  

Der Arzt konnte sogar Deutsch! Sehr nett… auch wenn ich alles gut auf Englisch hätte erklären können. Mein Indonesisch reichte dazu leider nicht, obwohl wir im ersten Semester das Kapitel mit dem Arztbesuch hatten. Aber so was wie „stechender Schmerz“ oder „schwindelig“ befindet sich noch nicht in meinem Vokabular. Nachdem ich sämtliche Proben abgegeben hatte durfte ich eine Stunde auf meine Ergebnisse warten. Aus der Stunde wurden fast zwei, was mir aber dadurch versüßt wurde, dass ich die Computer mit Internetzugang entdeckte. Nur wurde dummerweise meine Website geblockt. Schließlich erklärte mir dann der Arzt alle Werte wären in Ordnung, auch die Elektrolyte (wahrscheinlich, weil ich zum Frühstück eine „Nahrungsergänzungstablette“ geschluckt hatte).Aber da ich ja die Woche zuvor Durchfall hatte, sollte ich doch die Antibiotika nehmen, die er mir verschrieb. Auf meine Frage, ob es dazu keine Alternative gäbe, konnte er mir leider nicht wirklich antworten. Ich kaufte also die Antibiotika, allerdings nur auf Vorrat. Ich glaube nicht, dass es tatsächlich nötig ist, die jetzt noch zu nehmen. Wie sagt mein Papa immer: Schlafen ist die beste Medizin. Und da hat er wirklich Recht. Also werde ich auch heute wieder sehr früh ins Bett gehen und morgen wieder zur Arbeit. Ich vermiss es schon ein bisschen!  

Seit Ramadan ist, wache ich jeden morgen um ungefähr 4 Uhr auf, weil der Muezzin die Leute zum Frühstück weckt. Dann ruft er noch mal um ca. 6 Uhr zum Gebet. Und abends, ab dem Fastenbrechen („buka puasa“) singt er praktisch ununterbrochen. Und heute hatte ich zum ersten Mal den Fernseher an und um kurz vor 6, als die Sonne unterging, kam auf wirklich jedem Sender ein „Selamat buka puasa“ und von draußen schallte der Muezzin herein. Und gleichzeitig klopfte es an der Tür und der Aqua-Boy, der uns immer das Wasser für den Wasserspender nachliefert, kam herein. Er schien sichtlich erfreut, als ich ihn fragte ob er faste und ob er was zu Trinken zum Fastenbrechen haben wolle. Junge Junge, das muss man echt gesehen haben, wie toll das aussieht, wenn jemand trinkt, der den ganzen Tag nichts getrunken hat. Ich konnte ihn danach nicht davon abhalten, dass Glas selbst auszuspülen. 

Wir haben uns gegen die anfängliche Pembantu entschieden, weil sie viel zu viel Geld verlangt hat. Nachdem wir jetzt überall rumgefragt haben, wird evtl. die Frau meines Ojek –Fahrers bei uns anfangen. Der hat mich ja die letzten beiden Male morgens immer viel zu spät abgeholt. Falls es noch mal passiert, werde ich ihm sagen, dass ich Angst habe, gefeuert zu werden, wenn ich noch mal zu spät komme. Das müsste helfen. Den Tipp hab ich von Rini. Ich muss sie nur noch mal fragen, was feuern heißt. Schon wieder vergessen. 

Am Wochenende bin ich ja mit Yani nach Bandung gefahren. Ita, die gefastet hat, kam auch mit. Wir haben im Haus von Yani’s Familie übernachtet. Sie haben mehrere Häuser, wie das bei vielen Indonesiern so üblich ist. Zumindest bei den Javanern. Oft müssen die Kinder, wenn sie heiraten, kein Haus kaufen oder bauen, weil die Eltern genug Häuser haben. Wenn man mit Leuten in der Stadt redet, dann erwähnen sie das manchmal auch…“mein Haus auf dem Land“… Sowieso kommen ja die meisten Leute hier nicht aus Jakarta sondern von überall sonst. Oft kommen sie aus Yogyakarta oder Central-Java. Scheinbar haben auch viele Eltern damals billig Grundstücke gekauft. Die Kinder profitieren jetzt natürlich davon. Aber es scheint hier nicht so wie in Deutschland zu sein, dass man ein Haus einfach verkauft, wenn man es selbst nicht mehr braucht.  

Indonesier sind manchmal wirklich ziemlich unclever. Vielleicht liegt es aber auch nur an mir, habe ich das System nicht verstanden? Gibt es einen Vorteil, wenn man sich in den Fahrstuhl drängt, während die Leute gleichzeitig raus wollen? Das Gleiche beim Bus fahren. Man muss sich dann wohl oder übel anpassen. Obwohl es einem dumm vorkommt. Man muss egoistisch werden und sinnlos mitdrücken und sich treiben lassen. Egoismus. Meine lieben Freunde, die ich hier nicht missen möchte, bringen mir kein Indonesisch bei, weil sie ihr Englisch verbessern möchten. Ich habe ihnen schon gesagt, dass ich mir dann wohl andere Freunde suchen muss. Welche, die kein Englisch können. Außerdem habe ich versucht sie zum Indonesisch reden zu zwingen, indem ich so tat, als verstünde ich kein Englisch. „Apa?“ „Maaf, bagaimana?“ Für kurze Zeit hat es geholfen. Vielleicht hab ich mich nicht genug durchgesetzt. Ich werde es noch mal versuchen müssen. Oder ich muss weg von Jakarta. Es bringt doch alles nichts. Ita hat sich tatsächlich ihr Englisch durch Lieder und ein Dictionary beigebracht. Wahnsinn. Sie kann unglaublich stolz auf sich sein, weil ihr Englisch wirklich sehr, sehr gut ist. Wahrscheinlich auch wegen Englisch sprechenden boy-friends.  

Ich habe noch gar nichts von der Hochzeit erzählt. Sie war recht kurz für uns, weil wir erst um 7 Uhr dort waren. Das heißt, die Leute waren alle schon lange am Essen (man isst im Stehen) und wenn das Essen fertig ist, dann gehen die Leute. Wie das in Indonesien so üblich ist. Sehr gewöhnungsbedürftig.Bandung liegt ziemlich weit oben in den Bergen, zerklüftete Vulkanberge. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit wirkt es wie verzaubert, blaue Berge mit Nebelfetzen befleckt. Grüne Reisterassen und genauso grüne Teefelder. Und die Stadt selbst ist eigentlich wie ein großes Dorf, nur dass viele Kleidergeschäfte („Factory Outlets“) an den Hauptstraßen liegen.Wir drei Mädels haben es uns gut gehen lassen. Für Ita und mich gabs am Freitag vor der Hochzeit erst mal eine Fuß Reflexzonen Massage. Sehr gewöhnungsbedürftig, aber danach ging ich wie auf Wolken. Und sooo billig. Bandung ist um einiges billiger als Jakarta. Am nächsten Tag also noch mal hin, dieses Mal für ein „Creambath“. So nennen sie die besondere Behandlung für die Haare, die aber auch eine ausgiebige Massage und Body Srcub an Rücken und Armen beinhaltet. Das geht ca. eine Stunde und tut sooo gut. Natürlich werden die Haare danach noch nach Belieben gefönt.Mein Lieblingsbruder Marco hat mich schon in weiser Voraussicht darauf hingewiesen, dass ich mich nicht zu sehr daran gewöhnen sollte, um später, zurück in Deutschland, nicht Unsummen für das Gleiche ausgeben zu müssen.Aber ich denke, es ist nur fair, dass man hier wenigstens eine Art von Luxus hat, wenn man schon auf soviel anderes verzichten muss. Ich verzichte auf Natur, auf Bewegung, auf frische Luft, auf den Bodensee, auf mein rosa Fahrrad und bekomme dafür Stau, Abgase, vermüllte Flüsse, chaotische Taxi-Fahrer, zu spät kommende Ojeks, Durchfall, Kopfweh und erschwingliche Beauty-Salons. Von wegen Luxus. Kompromiss nennt man so was. Ich glaube Jakarta macht mich krank. Ich liebe diese Stadt, aber ich glaube sie lässt mich schneller altern. Was mir Angst macht und ich frage mich ob ich das später wirklich so haben will. Auf jeden Fall muss ich mir Singapur noch anschauen. Vielleicht ist die Stadt wirklich menschenfreundlicher. Vielleicht kann man dort ja sogar spazieren gehen.  

Gerade eben haben wir die Pembantu für morgen klar gemacht. Sie kommt, nachdem wir von der Arbeit wieder da sind. Mal schauen, ob es passt. Wir sind es mittlerweile Leid, überall nachzufragen.  

Unsere Einweihungsparty haben wir auf nach Lebaran (Die Ferienwoche nach Ramahdan) verschoben. Am liebsten würde ich euch alle aus Deutschland einfliegen lassen um mitzufeiern und euch ein bisschen an meiner Wohnung teilhaben zu lassen. Ich fühle mich immer noch sehr wohl hier. Obwohl mir vor kurzem wieder etwas sehr erschreckendes, aber genauso Lustiges passiert ist. Stellt euch vor, ihr geht mitten in der Nacht im Halbschlaf auf die Toilette und ihr sitzt da und plötzlich geht das Licht aus! Horror… Und 20 Sekunden später geht das Licht wieder an. Da ist es gut, wenn man weiß, dass es in Indonesien ab und zu mal Stromausfall gibt. Sonst denkt man schon wieder an Hantus (=Geister).  

Der kleine Supermarkt hier im Gebäude, der ganz neu aufgemacht hat, hat abends immer bis 10 Uhr geöffnet, was sehr angenehm ist. Weil ich morgen früh Reis machen will, um ihn mit zur Arbeit zu nehmen, wir aber nur noch eine halbe Hand voll hatten, bin ich kurzerhand mit dem Aufzug zum Minisupermarkt gefahren und habe 5 Kilo Reis gekauft. Es gibt ihn einfach nicht in kleinen Packungen! Aber ist schon recht günstig, wenn man dafür nur Rp.40.000 (ca. 3,50€) zahlt. Ich habe außerdem einen Bankautomaten hier entdeckt und Rini hat heute erfahren, dass es scheinbar auch eine Laundry geben soll. Wieso bekommt man hier eigentlich nicht einfach am Anfang eine Broschüre mit allen Informationen? Marktlücke. Viel Aufwand wäre das nicht. 

Mit der Zeit fallen mir immer öfter Gebäude auf, die angefangen wurden zu bauen, aber dann einfach so gelassen wurden. Kahle, triste, grau-rostige Betonskelette mitten in der Stadt auf riesigen, wertvollen Bauplätzen. Geister? Oder einfach nur leere Versprechungen der Regierung und enttäuscht abgezogene Investoren? Who knows?  

Ich hätte nie gedacht, dass ich mich so an Indonesisches Essen gewöhnen könnte. Reis Reis Reis…. Ich liebe es. Und ich liebe Chili! Reis ohne Sambal… geht gar nicht. Und das dringende Bedürfnis nach Brot fehlt ganz. In England, wo ich Toast statt Brot hatte, da habe ich es vermisst. Aber hier? Merkwürdig. Und man gewöhnt sich daran, dass Essen nicht warm sein muss. Und es ist gut so.  

Jetzt ist es wieder Zeit ins Bett zu gehen, damit ich morgen, hoffentlich fit genug, wieder zur Arbeit kann. Pak Ipung holt mich hoffentlich pünktlich ab, damit ich nicht gefeuert werde, und abends kommt dann seine Frau um bei uns sauber zu machen.  

 

Ich bin wohlauf! 2

Sep13

Falls ihr es noch nicht gehoert oder gelesen habt, gestern gabs mal wieder ein Erdbeben. Schon mein zweites, innerhalb von 5 Wochen.

 Hier der Spiegel-Online Artikel dazu.

Wie ihr seht, war das Beben gluecklicherweise nicht in Jakarta sondern vor der Kueste Sumatras, wie schon im Dezember 2004 kurz vor der Tsunami-Katastrophe. Hier war nicht mehr so viel davon zu spueren. Um ehrlich zu sein hatte ich nur ein komisch schwummriges Gefuehl und als die Tueren nicht aufhoeren wollten auf und zu zu schwingen und alles knarrte, dachte ich tatsaechlich, die Geistergeschichten, die mir erzaehlt wurden, seien wirklich wahr. Mir ist der Herz bis zum Hals geklopft und nachdem ich mich dann getraut hatte, die Tueren zu zumachen und die Geraeusche aber immernoch nicht aufhoerten, bin ich aus der Wohnung und mich fragte jemand ob ich das Erdbeeben auch gespuert haette. Ok, also ab nach unten, wo der Grossteil der Leute doch tatsaechlich unter dem schweren Vordach der Lobby Schutz gesucht hatten. Ich bin erst mal ein Stueck weiter weg vom Gebraeude und sass dann eine halbe Stunde auf dem Gehweg, bis ich mich wieder reingetraut habe. Ich glaube ich war froh, dass es ein Beben und keine Geister waren ;-)

Es geht mir wirklich gut, es ist nichts passiert, ich war nur etwas beunruhigt. Das letzte Mal war ich doch um einiges gelassener. Und dann tischt mir meine Kollegin heute morgen schon wieder so eine tolle Geschichte auf: Es gibt eine Wahrsagerin hier, deren Vorhersagen zu 90% immer eintreten und fuer dieses Jahr hat sie ein schreckliches Erdbeeben fuer Jakarta vorrausgesagt. Super. Ist doch toll, wenn einem die Leute so gerne Geschichten ueber Gespenster und Katastrophen erzaehlen! Da fuehlt man sich gleich noch ein bisschen besser.

Um die Gefahr von Gespenstern in unserer Wohnung zu bannen, muessen wir unbedingt noch ein Slametan, also eine Einweihungsparty schmeissen. Geplant ist sie am uebernaechsten Wochenende, weil ich dieses Wochenende auf eine Hochzeit in Bandung will.

Es kamen schon Beschwerden, ich wuerde gar nichts ueber mein Praktikum hier erzaehlen! Ich bitte vielmals um Entschuldigung…. Ich bin jetzt seit genau 2 Wochen hier und nachdem es doch ein bisschen wenig am Anfang fuer mich zu tun gab, faellt den Leuten jetzt doch schoen oefter mal was Gutes ein und seit gestern bin ich die ganze Zeit damit beschaeftigt, Informationen in Projektdatenbanken zu aktualisieren, ergaenzen und auf Fehler zu korrigieren.

Yani, meine Kollegin von der Rezeption hat mich gefragt, ob ich uebers Wochenende mit nach Bandung kommen wolle, eine Bekannte wuerde heiraten. Natuerlich will ich! Ich freu mich schon total drauf, schliesslich habe ich noch nie eine Indonesische Hochzeit gesehn. Man sagt, sie waeren riesig, die Leute laden mehrere hundert oder manchmal auch tausend Leute ein. Die kommen dann manchmal nur zum Essen, schuetteln danach noch die Hand von Braut und Braeutigam und verschwinden wieder. Bin mal gespannt wie die Hochzeit in Bandung sein wird…

Vorgestern haben Rini und ich herausgefunden, dass es im 30 Stock unseres Aparmentgebaeudes zwei kleine Parks mit toller Aussicht gibt. Bei Nacht sehr romantisch… Ausserdem habe ich bemerkt, dass es keinen 3. und 4. Stock gibt, keinen 13. keinen 23. und keinen 24. Rini meinte, die Besitzer des Hochhauses seien wohl Chinesen. Was einem Stockwerke alles verraten…

Prinzessin Diarrhoe 2

Sep7

Ich bitte vielmals um Entschuldigung dass der letzte Eintrag schon ueber eine Woc he her ist, aber ungluecklicherweise habe ich zur Zeit keinen Internetzugriff. Ich bin naemlich umgezogen! Am Sonntag bin ich mit Rini auf Wohnungsbesichtigung gegangen. Wir haben in drei verschiedenen Apartmenttowern 10 bis 15 apartments besichtigt und weil wir so spontan sind, auch gleich am Dienstag eingezogen. Soooo cool. Ich fuehle mich sehr wohl dort. Die Lobby ist auch total edel. Ich werde sie wohl fotografieren muessen, damit ihr daran teilhaben koennt.

Der Umzug war ziemlich entspannt weil ich ja nur zwei Koffer packen musste. Ausserdem wurde ich vom einem Fahrer der Weltbank abgeholt, den Rini organisiert hatte.

Ich muss letzte Woche Donnerstag was falsches gegessen haben. Seit Donnerstag Nacht haben sie mich erwischt, die kleinen boesen, garstigen Bakterien. Dabei habe ich nur ein einziges Mal meine Zaehne mit Leitungswasser geputzt (was ich ganz sicher nie wieder versuchen werde). Vielleicht lag es aber auch an zuvielen Getraenken mit Eiswuerfeln. Ich dachte nach einem Monat muesste ich abgehaertet genug sein um das auszuhalten. Vielleicht hab ich aber auch nur was falsches gegessen. Oder es muss die Kombination von allem gewesen sein, weil es jetzt schon ueber eine Woche so geht und ich fange laaangsam an mir Sorgen zu machen, weil weder massenweise Kohletabletten noch Imodium Wirkung zeigen. Mein Apetitt verschwindet ausserdem so langsam. Dafuer versuche ich aber sehr viel zu trinken um nicht zu dehydrieren und bis jetzt fuehle ich mich eigentlich ziemlich gut. Nachdem ich aber gestern erfahren habe, dass man schon nach zwei Tagen zum Arzt gehen sollte, habe ich mich jetzt mal nach einem internationalen Arzt erkundigt. Ich will nicht…

Am Samstag war ich im wohl westlichsten Club Indonesiens. Felt like home. Fast. Massenweise maennliche Bules (Weisse) aller Altersklassen und viele huebsche Indonesierinnen ind gewagten Outfits, die je spaeter der Abend umso ausgelassener auf den Tischen tanzten. Um halb zwei konnte ich mich kaum noch von der Stelle bewegen und bin dann gefluechtet. War aber auf jeden Fall ein sehr interessanter Abend, einfach interessant das Gehabe der Maenner zu beobachten, die in ihrem eigenen Land wohl sehr unattraktiv sein muessen, hier aber ploetzlich heiss begehrt sind. Sie fuehlen sich wie Koenige, weil sie praktisch jederzeit mit dem Finger schnipsen koennten um… Alleine schlafen war gestern.

Gestern war Putin auf Staatsbesuch in Jakarta um sich mit dem indonesischen Praesidenten Susilo Bambang Yudhoyono zu treffen. Sie muessen mit dem Konvoi hier am unserem Buerogebaeude vorbei gefahren sein, aber leider habe ich das verpasst. Aus sicheren Quellen weiss ich, dass sie wohl anschliessend im Ritz Carlton gewesen sein muessen. Es ging um Ruestung, wie ich heute der Jakarta Post entnehmen konnte. Indonesien will nicht mehr so stark von den USA abhaengig sein bzgl. Waffen und hat etliche Helis und U-Boote bei den Russen geordert.

Gestern abend hat mein Kollege Gerrit, der fuer das Projektmanagement zustendig ist, uns alle in die Trattoria eingeladen, eine italienische Restaurantkette hier in Jakarta. Macht definitiv die beste Pizza, die ich bis jetzt in Jakarta gegessen habe. Also lieber nicht bei Pizza Hut oder Izzy Pizza essen. Und es gab ausserdem leckere Fleischgerichte auf der Karte, habe viel bei meinen lustigen indonesischen Kolleginen probiert und es ist echt zu empfehlen.

Heute nach der Arbeit kommt Antonia zu mir, die, nachdem sie ihr Praktikum in Semarang beendet hat, noch ein paar Tage in Bali war und morgen von Jakarta nach wieder nach Deutschland fliegt. Ich freu mich total sie nochmal zu sehn… dann wohl einige viele Monate nicht mehr. Kasiandelo! (an die lieben Indonesier: stimmt das so?)

Stimmungswechsel 0

Aug28

Mein kleines Stimmungstief von letzer Woche ist überwunden. Der zweite nette Taxifahrer am Freitag und das schöne Wochenende haben die negativen Gefühle beiseite geschoben.  Außerdem scheint die Sonne wieder. Nachdem es letzte Woche wie aus Kübeln gegossen hat ist das auf jeden Fall ein Stimmungspusher.

Letzten Freitag bin ich also in das Stadtgebiet Kelapa Gading gefahren, wo Pelikan sein Büro hat. Ich hab mir zur Abwechslung ein “Express-” und kein “Bluebird-”  Taxi herangewinkt und schon wieder hatte ich Glück! Der Taxifahrer war jung und wir haben uns beinahe die gesamte Fahrt  (ca. 1h) auf Indonesisch unterhalten. Überhaupt habe ich dieses Wochenende fast nur Indonesisch und Englisch geredet. Sehr gut.

Am Freitag standen wir, dank einer Kollegin von Tobi, auf der Gästeliste vom Centro, einem sehr stylischen Club. Und teuer… Die Musik war aber auch wirklich super, endlich mal wieder Elektro und tanzen. Und Marina (andere Praktikantin bei Bayer), Adina (ihre Freundin) und ich waren die ersten auf der Tanzfläche. Musste feststellen, dass die Leute in Indonesien noch steifer sind als in Deutschland. Haben ewig gebraucht, bis sie mal auf der Tanzfläche waren. Und selbst dann… Naja.

Am Samstag war ich wieder mit den beiden unterwegs. Und Tobi hat uns sogar zum Friseur UND zum Beautysalon begleitet! Der Abend war dann eher ruhig, weil ich so üble Kopfschmerzen hatte. Die hab ich zur Zeit öfter. Die Salons waren beide in Kemang, einem Gebiet wo viele Ausländer wohnen, also Australier, Engländer, Deutsche… Dementsprechend teuer war es auch. Für Spitzen schneiden hätte ich in Deutschland nicht mehr bezahlt und leider hat er nicht ordentlich geschnitten, ich habe nicht das Gefühl, dass die kaputten Enden ab sind. Naja, wenigstens weiß ich jetzt wo ich nicht mehr hin gehe.  Im Beautysalon haben sich die Mädels eine Ganzkörperbehandlung gegönnt. Mir war die Pedikure (teuer) genug. Und selbst damit war ich nicht vollständig zufrieden… Obwohl die dazugehörige Fuss und Wadenmassage sehr angenehm war.

Am Sonntag war ich dann mit Rini und Ita verabredet. Rini wollte zu den heißen Quellen nach Bandung, weil ihr der Hautarzt das verordnet hat. Morgens um viertel vor 8 haben sie mich dann abgeholt. Der Fahrer war eigentlich von der Weltbank. Rini arbeitet ja dort.  Wir haben fast vier Stunden hin gebraucht. Aber es war wirklich witzig mit den beiden. Nachdem wir unsere Suche nach Erdbeerfeldern aufgegeben hatten, haben wir dann das Bad mit den heißen Quellen gesucht. Es war wirklich sehr heiß. Ich hab das Baden nicht lange ausgehalten. Aber glücklicherweise ist die Luft in Bandung um einiges kühler als in Jakarta. Auf der Hinfahrt sind wir durch eine wunderschöne Hügellandschaft mit Reisterassen und Teefeldern gefahren. Nach dem Baden haben wir uns ein nettes Restaurant gesucht. Ich habe noch nie richitg Sundanesisch gegessen (das lokale Essen dort) und deswegen haben wir ganz viele verschiedene sundanesische Gerichte bestellt, die dann auf vielen kleinen Tellern serviert wurden. Ausserdem gab es für jeden eine Rolle Reis im Bananenblatt. Es war total lecker und wir waren wirklich überrascht, als wir am Ende nur Rp.120.000 insgesamt zahlen mussten. Das sind nicht mal zehn Euro. Und es blieb wirklich viel übrig.

Danach war Shopping angesagt. Endlich mal mit Gleichgesinnten. Und es war soooo billig!

Wenn man mal mit Indonesiern unterwegs ist, dann lernt man endlich auch mal die billigeren Sachen kennen und nicht immer nur die Luxusmalls.

Mit dem Essen hab ich es jetzt auch besser arrangiert. Ich laufe fast jeden Abend mit Tobi zum Pasar Manggis, der hier zwei Straßen weiter ist um mir an einem Warung was zu essen zu kaufen. Das Teuerste war bis jetzt Rp.10.000. (ca.80Cent).  Und es schmeckt besser als das fettige Zeug vom Pizzahut. Ich will damit nicht sagen, dass Indonesisches Essen nicht fettig wäre. Wie schon erwähnt, wird hier alles fritiert. Und Zucker kommt auch überall rein. Sie wissen halt was gut schmeckt. Kochen können die Indonesier wirklich. Auch wenn man sonst manchmal den Eindruck gewinnen könnte sie wären (Zitat:) “das dümmste Volk der Erde”. Es wird wirklich höchste Zeit, dass sie mehr in ihr Bildungssystem investieren.

Gestern war ich dann wieder den ganzen Tag unterwegs. Allerdings in Jakarta und nur per Bus, Bemo (Minibusse, in die ca 9 Leute passen) und Ojek (Mopeds bei denen man hintendrauf sitzt). Ich war wirklich total gerädert, als Ronny (der Typ von der Modelagentur) und ich irgendwo in Ostjakarta beim Casting für einen indonesischen Fernsehfilm ankamen. Der Film spielt 1888 während der Kolonialzeit. Wir kamen also bei einem Haus an, wo schon ganz viele andere Leute drin saßen und ich wurde gleich in ein Zimmer gerufen, wo ich mich, wie beim letzten Casting, kurz vor der Kamera vorstellen musste - Name, Alter usw. Danach sollte ich zwei Minisätze aus dem Skript vorlesen… und das wars schon. Wir haben ein paar Minuten gewartet und dann kam jemand aus dem Zimmer und hat den Leuten verkündet, wer alles ausgewählt wurde. Ich sollte auch da bleiben. Dabei musste ich dringend nach Hause. Mir wurde gesagt, ich wäre um drei oder spätestens um vier wieder zu Hause. Das das nicht sein konnte war mir klar, ich hatte dann mit 5 Uhr gerechne. Nichts wars. Erst sollte das gesamte Skript gemeinsam mit allen Auserwählten durchgelesen werden. Zum Glück war ich relativ am Anfang und danach hab ich Ronny gedrängt, dass wir endlich gehen. Ich wurde dann vorher noch in ein anderes Zimmer gebracht, wo mir jemand auf indonesisch versucht hat zu erklären, wann die Aufnahmen stattfinden sollten und ob ich damit einverstanden wäre und mitmachen könnte. Ich meinte, ich müsste es mir überlegen, weil ich nicht wüsste, ob ich da schon ein Praktikum hätte. Und dass es natürlich auch von der Bezahlung abhängen würde… Hehe…  Für zwei Sätze im Stück und meinen ersten Film (wie sich das mal wieder anhört!) würde natürlich kaum was rausspringen. Und für fünf Filmtage nur 100€ zu bekommen ist natürlich nicht grade ein Anreiz. Ich werds als Notfallbeschäftigung in Betracht ziehen. Und mehr Geld verlangen. Sonst müssen sie sich halt weiter auf die mühsame Suche nach einer blonden Bule-frau (=Ausländer) machen.

Ich kam mit mehr als drei Stunden Verspätung zu Hause an und mit Kochen und Kino war dann nichts mehr. Toller Tag.  Wenn ich das vorher gewusst hätte…

Heute gehts jetzt weiter mit dem Firmen abklappern. Außerdem werde ich heute Bescheid bekommen, ob ich zu einem Vorstellungsgespräch bei der GTZ vorbei kommen kann. Denkt an mich und drückt mir die Daumen!

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